Kurland Property Records

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erg1059

Christoph von Neuhof gen. Ley, Komtur von Goldingen, Adrian Torck, Komtur von Windau, Jakob Jode, Mannrichter in Kurland, Heinrich von den Brincken, Heinrich Nettelhorst und Johann Lambsdorff entscheiden als verordnete Kommissarien die Streitigkeiten zwischen Heinrich von Hildesheim und Philipp von Altenbockum wegen strittiger Grenzen und der Führung des Heideweges. o. O., [15]55 Sept. 10
Grenzbegehung; rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus B: Konzept
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 3, irrig ad 1556 Sept. 15
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Wie Christoffer vom Nienhaue, genant vonn der Ley, zu Goldingen, Adriann Torck, zur Windou cumpthure ritt(erlichen) D.O., Jacob Jode, manrichter in Curlandt, Hinrich vonn den Brincken, Hinrich Nettelhorst unnd Johann Lamstorp, in nachvolgender sachen fulmechtige deputirtte commissarien unnd richtere, don kundt, bokennen unnd botzeugen fur allermenniglichen, wiewoll wir durch vast [v]ielfaltigß% Tintenklecks angewanten vleisses nicht lieberß gesehen, dan das die langbeschwebende unenicheit und grentzerrung thwuschen die erentvesten unnd erbarn Hinrich von Hillensheim, genant Merscheit, eins unnd Philips von Oldenbokun anderß teils in wege der freuntschafft hetten mugen verricht unnd entscheiden werden, deshalben auch wir beidersitz willen hirinne gesocht, weiln aber Hinrich vonn Hillensheim eltister son sonß in unserm furschlag unnd gute truwhertzige meynung zuwidder seinen vater nicht hat helligen wollen unnd freventlichen davongeritten, haben wir in stadt unnd von wegen unsers gnedigen hern meisters unnd obersten unnd auß macht habender commiss irer furstligen gnaden commission so geändert richtligen erkant unnd abgesprochen, erkennen unnd absprechen hiemidt unnd in krafft disses brieves zu rechte, das die richtung der grentze tzwuschen den dorpern Asserroien [?], Philips von Oldenbokum gehorende, unnd ...... Hillenßhein zukomende [?], so vergangenn drei jaren nach dat(um) anno minder zals LII dinstags nach Lamperti [ 1552 Sept. 20 ] durch her Adriann Torck, cumpthur zur Windou D.O., und andern verordenten richtere tzwuschen Asseroien [?], Oldenbok[um ...] gemacht und hernach von Hillensheimen widderruffen, bey macht pleiben soll, welch auch widderumb renoviret und midt kulen vortzeichnet worden, alß das anfenckli[ch]% Loch im Papier Philipß vonn Oldenbokum inhaltß seins brieves an des kerckhern popen hoyschlag, dar eine kule anfangen soll, unnd vorth zu gande ahn einen ekenbom, midt eineme krutze getzeichnet, das alda selbst bey dem alten verfallenen eichenbom, da das kreutz in gewesen, widder darin ist gehowen worden, und alßdan vort den nien gemachten kulen zu volgen, [........] Hilboltt schedung sein soll bet in die R[o]genbeken vermuge sigel und brive und alßdan vort bis hierher am Rand ergänzt statt gestrichen in der Zeile da Hilleboltß schedung angeit, von dar an eine kule, welche der. Es folgt der ebenfalls gestrichene Passus: Auch hat der erwerdiger her cumpthur zu Goldingen uth sonderlicher begunstigung Hinrich von Hillenßheim eine grentzkule zwuschen dem dorpe Meusen [ wohl Megussen 2 km n Talsen ] unnd Hillenßheims lande gemacht, das auch das negeste gebrockte dabei, Aschensate [Aschensale] genomet, so je unnd allwege fur Aschensaten [Aschensalen] siep erkandt worden, gemeltens hern cumpthurs pauren zu Meusen unnd Hinrich von Hillensheim scheden sollen zu ewigen zeitten, henferner aber zwuschen Hillenßheim und Oldenbokum von berurtten eickenbome von kulen zu kulen zu gehende biß in das beutlandt, dar eine kule gewesen unnd nu widderumb vorniet, unnd dan vort nach Philips von Olden(bokum) sigell unnd brieven in die Rogenbeke.. Und disses ortes einer dem andern wes uberseiet, das soll derjenige, so es uber itz gemachte richtung der grentzkulen boseiet hat, inarnen arnen = ernten, nutzen unnd behalten unnd vortan solches landes sich enthalten noch uber die gedachte grentzkulen nicht tasten noch tasten lassen.% folgt gestrichen I[n] der heide oder wiltnusse uber der Rogenbeke soll es also gehalten werden Des butelandes halben, Zellandt genomet, soll es volgender gestalt gehalten werden: Nachdem dieselben vieff haken landes, Zellant genomet,% folgt gestrichen so Hinrich von Hillenßheim in posses hat, am Rand wohl hierher ergänzt und wieder gestrichen wie das Hillensheim midt einer warhaftigen copie erwiset, Philipß von Oldenbokum des besitzes sich gerumet, aber keine sigel auch brieve ertzeigt. eine außdrucklige schedung inhalten haben. unnd beide, kleger alß beclagter, in der heide oder wiltnusse uber der Rogenbeke eines weges halben, so auß dem stichte Curlandt kommen soll, die Heitwech genomet, darbey eine stenkule sein soll, ferner errung haben unnd ein iglicher seinen vorwech fur den Heitwech hat geacht,%unnd ein iglicher seinen vormei[nt]en weg fur den Heitwech hat geacht am Rand ergänzt statt gestrichen unnd unß kleger sowoll beclagter ein ider in sonderheit an [..]wen sonderlichen wege gefuret, den sin fur den Heitweg gehalten haben wir zu richtung solcher grentzwege den negesten weg an der Rogenbecke den Heitwech genant, welcher auch furbas der Heitwech soll genant werden, unnd daselbst kegen Philips von Oldenbokum seinen newlichen gesetzen gesinde eine kreutzkule an den wege, weiln der brief eine kule dabei inhelt, gemacht unnd so vort aver den weg in die Rogenbeke tho gande vermuge des brieves darup ludende, unnd sollen von beiden teillen von der kreutzkulen ab den itzgenanten Heitwech folgen biß an die vormeinte kule, so Hillenßhein auff denselben wege fur eine seukule hat halten wollen. Wes zu furdernndt handt von der kulen nach der Rogenbeke, soll Philips von Oldenbokum pleiben, wes ferner zur linckern handt, soll Henrich von Hillenßheim ßein und pleiben unnd sollen von beiden teillen bis hierher am Rand ergänzt statt des gestrichenen Passus: Unnd das auch beide teille solchen weg folgen sollen, wes zur furdern handt thwuschen dem wege und der benomeden Rogenbeke und so vorthan dar sunst keine andere herschaft gerechtigkeit anne haben, fur das seine soll Philips von Oldenb(okum) haben und behalten, wie imgleichen Hinrich von Hillensheim auch denselben wege zu folgende und die luchtern handt halten soll, solange er an fremder herschop lande kunpt. welche beidersitz lande sie von beiden teillen also ihres gefallenß alß andere ihre gutere inhalten, nutzen unnd gebrauchen mugen zu ewigen zeitten vorbeheltlich, dar alte gereumete heuschlege in den beidersitz landen weren, das ein iglicher derselben nach alten disser lande lobligen gewonheiten sich habe zu erfreuwen unnd zu genissen. Unnd sollen hiemidt auch alle geovede beidersitz gewelde, iniurien unnd scheltworde, so sich auff und in denselben allen genompten landen zugetragen, boneben allen unkosten, zerung, vorseumnisse, expenß unnd interesse auß boweglichen ursachen aufgehaben sein unnd pleiben. In urkunde merer haltung sicherung haben wir cumpthure upgemelt [etc.]. Actum dinstages nach Marien geburt anno 55. (?)
comment
pressure1555 Aug. 24 beauftragte OM. Heinrich von Galen den Goldinger Komtur, der allerdings nicht persönlich als einer der Kommissarien hätte tätig werden müssen oder sollen, bis zum 20. Oktober 1555 mit der Besichtigung der strittigen Grenzen durch die Kommission fortzufahren (Erg. 1051). Die Angelegenheit wurde ungewöhnlich schnell und doch unter führender Beteiligung des Goldinger Komturs an der Kommission vorangetrieben, wie das vorliegende Kommissionurteil zeigt. Philipp von Altenbockum appellierte bereits zwei Tage später vor den Kommissarien und 1555 Sept. 30 beim Meister gegen das Urteil der Kommissarien, vgl. die rückwärtige Notiz auf Erg. 1060 sowie Erg. 906.