Kurland Property Records

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erg0971

Wilhelm von Fürstenberg, Hauskomtur von Ascheraden, beurkundet den zwischen Johann Schoneberg für die Witwe des sel. Johann Stichhorst und Wilhelm von Witten vereinbarten Ehevertrag, wonach Wilhelm von Witten die nachgelassenen Güter Johann Stichhorsts 14 Jahre behalten und sie danach Johann und Jürgen, den ehelichen Kindern Johann Stichhorsts, zurückgeben soll. Ascheraden, [1528 Febr. 3](?)
Eheberedung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 426, ad 1559
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[Wilhem Furstenbergk, hußku]mptur tho Asscherade, doe kunt, bekenne und [bet]uge apenbaer in dußem mynem apenem vorsegelden breve den die vorkumpt [..............................]its den erbaren, vesten und wolduch[ti]gen, dußen nageschreven gudemannen mit namen Frederick Plater, [..............................] Wessell van der Rope mit vulbort und [t]holatunge des erwerdigen und hochachtbaren herren Johan Platers, genant van dem [Broele, .......................or]dens, enen gutlicken und fruntlicken hillick tor ere Gades tusschen dem erbaren und wolduchtigen manne Johan Schonneberge [..............................] der nagelaten weduwen zeligen Johan Stichorsts enes und dem erbarn Wilhem van Witten anders deles bededinget, vorramet [..............................]schreven wise und forme aldus ludende: ßo dat die erbar Johan Schonebergk uth egenem wolbedachtem mode friwillich, sunder [..............................] Anna, die nagelaten weduwe zeligen Johan Stichorsts, tho der hiligen ee na christlicker wise tho gevende gelavet und ock thogeslagen [......................... Wilhem] van Witthen obgemelt die nagelaten gudere zeligen Johan Stichorsts mit landen und luden fry, fredesamelicken und unvor[..............................]en boven gemelt beste, nutte und p[rofite be]sitten, gebruycken, hebben und beholden sall verteen jar lanck negest nha eynander [..............................]en ßobalde die koste geholden is
und na uthgange der gemelten verteyn jar sall Wilhem van Witten idßulvige [..............................] vorlatenn und den nagelaten eligen kindernn zeligen Johan Stichorsts, alße mit namen Johan und Jurgen, den rechten [..............................] und behanden mit landen und luden, gelyker wise alße hie id enntfangen hefft, soverne solcks nicht [..............................]ch menschelicke gewalt unentlicker ader ßus anderer wise beschediget. Ock sall hie und ßine elige husfrowe der [..............................] korn, gereide und ock up dem velde, dartho dat halve hußgerait, ßo upp die tid in dem hove wesende, bie den [..............................]athen. Und were id saecke, dat die nagelaten weduwe zeligen Johan Stichorsts, nu Wilhem van Witten ßine elige [......................... di]e Almechtige affwende, mit dode worde affgaen, ßo ßollen eme die verteyn jar wue vorge(schreven) gelikewoll vull und all [..............................] werden. Imgelyken off die Almechtige ßinen gotlicken wyllen bie dem gemelten Wilhem van Witten worde vorwen[den .........................]we ßunder blivende liveserven mit dode worde affgaen, alßdan is ock egentlicken beschlotten und van beiden delen [..............................] die gemelte weduwe und ere kindere van Wilhem van Witten ßinen erven und vorwanten in keynem wege sollen [.............................. ni]cht umme groth ader kleynn angelanget werden. Wider is bededynget, belevet, beraet und eigentlicken beschlotten, dat [..............................] dochter zeligen Johan Stichorsts, genomet Gertruidt, wanner dat ßie tho eren jaren kommet, thor medegave mit sall [.........................] in dato dußes br[ev]es in Lifflande genge und geve ßin
ßie ock na vormoge und gebore der gemelten 800 marck [..............................] er Johan und Jurgen, ere eligen gebrudere, 200 marck thor medegave uth den gudern mitgeven und gut[..............................] ere suster bynnen den verteyn jaren in die hilligen ee bestadet worde, alßdan ßall Wilhem van Witten den beiden geb[ruderen .........................]nge vorleggen tor tid dat ßie ere gudere twe jar lanck mogen gebruycken. Dit vorge(schreven) is alßo van beiden delen vesten [] [..............................] bie christlicken geloven [ßund]er alle argelist und nygge funde tho holdende gelavet. Und dußer breve is twe alleyns ludende [.........................]en und hebben my van beiden de[len ........]% Loch im Pergament gebedden, mynes ampts ingesegell tor tuchnyße der warheit an dussen [.........................] Wilhem Furstenbergk, hußkumptur vorg[eschreven, ..........]% Loch im Pergament und umme beider partie bedde willen gerne gedaen und mynes [......................... bre]ff witlicken laten hangen. Gegeven und geschreven tho Asscherade na der gebort Christi dußentviffhundert darnha [.........................] jare mandages nha Marien Lichtmyssenn.(?)
comment
pressureAus der Amtszeit der beiden genannten Ordensgebietiger ergibt sich die Datierung der Urkunde in die Jahre 1524-1529, welcher Zeitraum auch mit den Lebensdaten der genannten Gudemannen, soweit bekannt, in Einklang zu bringen ist. Wessel von der Rope ist anderweitig in den Jahren 1540 und 1545 belegt (Erg. 863 u. Erg. 368), für Friedrich Plater gen. von dem Broele stammt der späteste Beleg aus dem Jahr 1526 (Erg. 416). Wilhelm von Witten hatte nach Angabe des Genealog. Handbuchs S. 196 als Ehemann der Witwe des Johann Stichhorst von 1530-1544 die väterlichen Güter seiner Stiefkinder in Besitz. Geht man von einer relativ zügigen Umsetzung des Ehevertrages aus, so wurde dieser am wahrscheinlichsten im Jahr 1528 abgeschlossen; das Jahr 1529 ist vom Tagesdatum her unwahrscheinlich, da Lichtmeß in diesem Jahr auf einen Montag fiel und für eine Datierung auf den darauf folgenden Montag vermutlich der unmittelbar vorangegangene Sonntag Esto mihi herangezogen worden wäre. Die Familie Witten zählte zur märkischen Ritterschaft und entsandte zuerst um 1400 und dann wieder etwa zeitgleich mit Wilhelm von Wittens Ansiedlung in Kurland auch Ordensritter in den livländischen Zweig des Deutschen Ordens. Zu der Familie vgl. Fenske/Militzer Nr. 977 u. 978 u. S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland S. 599-609. Vgl. Erg. 366, Erg. 368 u. Erg. 369. Am linken Rand der Urkunde fehlt ein Streifen Pergament; die Beschädigung ist im Text in ihrem etwaigen Ausmaß mit eckigen Klammern gekennzeichnet.