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erg0912

OM. Heinrich von Galen entscheidet den Streit zwischen Jürgen Wulf als Kläger und Gregor Francke als Beklagtem zugunsten des Klägers und erklärt die ohne Zustimmung des Lehnsherren geschehene Überlassung der Güter durch Dietrich Bernds an den Beklagten für nichtig. Wenden, 1554 Okt. 1
Besitzabtretung; rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Archiv: GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 442
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Wir Heinrich von Galen, meister Teutschs ordens zu Eifflandt, thun kundt, bokennen und bezeugen in und mit diesem unserm ofnen vorsiegelten brieffe fur allermenichlich, das in untergeschriebnem dato fur uns, unsern erwirdigen heren gepietigern und erntvesten rheten zu urtheil und recht erscheinen die erbarn und erntvesten unse[re]% verblaßt, auf Kopie nicht lesbar lieben getrewen Jurgen Wulff, cleger an einem, und G[reger]% verblaßt oder verwischt Claws, Ewaldt, Greger undt Johan. Francken, beclagten anderß t[eil]s, dar wir dan noch angehörter clage und antwort, rhede und widerrhede, eingelechten schein und boweiß, siegeln und briefen zu recht erkant und abgesprochen alse wir hiemit erkennen und absprechen, nachdem beclagter von Diederich Bernß eine vo[rm]einte aufdracht auf clegers seine guter erlangt, aber nit mit consente und willen der hohen ob[rig]keit alse lehenheren geschehn, sol der ufdracht nichtich und Jurgen Wulfs habende ufdracht, so mit zulaß des lehnheren geschen, daruf auch die belenung erfolgt, von rechts wegen kreftich sein, und so[l]% verblaßt oder verwischt beclagter dem cleger alle brief und siegel uf das gutt lautend innerhalb sechs wochen zu uberantwerten schuldich und hiemit beide parte zu recht entscheiden sein, auch beiderseitz expens und uncost aus ursachen aufgehoben. In urkunt haben wir Heinrich, meister obgemelt, unser ingesigel rechts wissens unten an diesen brief lassen hangen. Gegeben und geschrieben zu Wenden montags nach Michaelis nach Christi geburt im funfftzehenhundert und vierundfunfftzigisten jare.(?)
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pressureSchon zu Anfang des Jahres 1549 hatte Gregor Francke wegen des zwischen ihm und Jürgen Wulf strittigen Besitzes noch zu Regierungszeiten des OM. Hermann von Brüggenei einen Vorstoß unternommen, auf den aber sowohl Hermann von Brüggenei als auch der kurz darauf zum Meister gewählte Johann von der Recke ablehnend bzw. äußerst zurückhaltend reagierten (Erg. 1145 u. Erg. 1034). Die endgültige Klärung der Angelegenheit im Jahr 1554 erfolgte dann auf Betreiben Jürgen Wulfs.