Kurland Property Records

Document text

back to search

erg0488

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Andreas Gaile und seine Erben mit einem wüsten Stück Landes, genannt Dexne, im Tuckumschen im Wackendorf Erwalen[{\em Prawingen 9 km sö Tuckum}] (in Erwalensi pago censitico) gelegen, in beschriebenen Grenzen. Riga, 1503 Okt. 16
Lehnsurkunde Im Auszug gedruckt Liv-, Est- und Kurländisches Urkundenbuch Bd. II,2 Nr. 563 nach Konzept einer lateinischen Übersetzung von 1743.
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
OM. Wolter von Plettenberg belehnt Andreas Gaile und seine Erben mit einem wüsten Stück Landes, Dexne genannt, in praefectura et dioecesi Tuckum in Erwalensi pago censitico gelegen, dessen Grenzen beschrieben werden mit Dorf Uppiten, Schlampscher Weg, Serves purwes, Spalwe karkle, Ackle purwes. Eidem etiam concedimus collocare ibidem kmethones servitia pedestria praestantes, vulgo einfuslinge, [...] libere et pacifice absque ulla praestatione iure feudi ad omne tempus. Hac tamen sub determinatione, ut memoratus Andreas Gayle vel heredes eius, si bellum nobis obvenerit et si in propria persona ad expeditionem bellicam nos conferamus, tunc praementionatus Andreas Gayle vel heredes eius nos sequi obligatus erit commeatu et sumtibus nostris. Propterea concedimus eidem et heredibus eius currum#currus {em = Gespann, (milit.) zweirädriger Streitwagen cum equis validis ex praefectura Tuckumensi [...]. Quae datae et scriptae sunt in ordinis nostri civitate Rigensi die Galli post nativitatem Christi, cum scribatur annus millesimusquingentesimustertius.
comment
pressureOM. Plettenberg urkundete am selben Tag in Tuckum (Erg. 78), vgl. ferner Erg. 108, Bauer 353, LUB II,2 Nr. 558, 559 u. 561, die alle einen Aufenthalt des Ordensmeisters in Tuckum für Mitte Oktober des Jahres 1503 belegen. Schon durch diesen Umstand ist die Urkunde als Fälschung nachgewiesen. Inhaltlich auffällig und für die Ordenszeit völlig ungewöhnlich ist die Berechtigung zur Ansiedlung von Einfüßlingen und die Beschränkung der militärischen Dienstpflicht auf den Fall, daß der Ordensmeister sich in eigener Person an einem Feldzug beteiligt. Vgl. auch die übrigen Belehnungen an Hans Gayl in Bauer 323, Bauer 372 u. Bauer 388, von denen zumindest der Lehnbrief von 1515 (Bauer 372), ausgestellt "in unsers Ordens Stadt Riga"(!), ebenfalls stark fälschungsverdächtig ist. Für einen neueren auszugsweisen Abdruck s. LUB II,2 Nr. 563.