Kurland Property Records

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erg0484

OM. Siegfried Lander von Sponheim belehnt Pral und seine Erben mit einem Stück Landes und Wildnis im Kirchspiel Windau, genannt Iwirpen. Wenden, 1418 Aug. 12(?)
Lehnsurkunde Text nach dem Liv-, Est- und Kurländischen Urkundenbuch Bd. 5 Nr. 2268, dort nach Abschrift (B).
Überlieferung:
B: Abschrift
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Wi broder Sifridt Lander van Spanheim, M. D. O. zu Leifflandt, bekennen etc., das wir mit rade, vulbordth und willen unser ersamen medegebediger gegeven und vorlhendt hebben, geven und vorlhen himith Pralen Hinrich und allen sinen rechten waren erben und erbnemen odder besitzer seiner gutter ein stucke landes und wildtnuss, im kerspell Winda belegen, genandt Ihwirpen [...] nichtes ausen bescheden, forthin frei und fredesamlich einzunehmen, zu besitzen und zu gebruchen, zu vorkouffen und zu vorsetzen, wie es im und den sinigen am besten duncket, onne jemandes vorwerigunge odder vorhinderung, als wir im dies und allen sinen rechten erven und erbnemen hirmit krafft dusses unseres breves gunnen und geven zu ewigen ummerwerenden zeiten. In orkundt etc. Gegeben zu Wenden fritages nach Lawrentii im jare veerteinhundersten und achtein jare.
comment
pressureLaut L. Arbusow in LUB II,1 sub Nr. 294a eine Fälschung wie auch die späteren Pralschen Lehnbriefe Erg. 483, Erg. 486 und Erg. 487. Im selben Zusammenhang wäre noch Bauer 159 zu nennen, eine ebenfalls OM. Lander von Sponheim untergeschobene Belehnung für Heinrich Pral von angeblich 1417 Aug. 13 (Freitag nach Laurentii!). Inhaltlich auffällig bei den beiden, im Original der Fälschung ehemals vermutlich gleich datierten Stücken ist die Erweiterung des Empfängerkreises über den Lehnsmann und seine Erben hinaus auf die späteren Besitzer seiner Güter. Dem entspricht, ebenso ungewöhnlich wie verdächtig, die Gewährung des Rechts, die Güter frei zu verkaufen und zu verpfänden. Auffälligerweise wird dasselbe weitreichende Besitzrecht auch Kordt Nolde, der offensichtlich mit Otto Pral um Besitz im Windauschen konkurrierte, in dem ebenfalls stark fälschungsverdächtigen Stück Bauer 322 gewährt. Es wäre in Erwägung zu ziehen, ob überhaupt eine der beiden Seiten in der Ausseinandersetzung um Besitztitel das Recht in Form authentischer ordensmeisterlicher Verlehnung beanspruchen kann oder ob sich nicht möglicherweise beide Seiten gefälschter Besitztitel bedienten. Textabdruck nach dem Auszug in LUB 5 Nr. 2268.