Kurland Property Records

Document text

back to search

erg0470

OM. Johann Freitag von Loringhoven gibt den Bauern von Bauske, Mesothen und Eckau eine schriftliche Gerechtigkeit, worin ihre jährlichen Abgaben und Leistungen an den Vogt oder Verweser des Amtes Bauske festgelegt sind. Wenden, 1492 Nov. 12
sonstige Urkunde
Überlieferung:
aus B: Kop., Mitte 16. Jh
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 5
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Wir bruder Johan Freytag von dem Lerinkhoue g verbessert oder andersherum., meister zu Liefflandt Teutsches ordenns, bekennen und bezeugen offenbar mit diesem unsernn offenen brieffe, dass vor uns in beiwesende unserer ersamen mitgebiettigern die eltesten bauren von Bauschkenburg, Mesotten und Eckaw erschinen sein und begeret haben von uns eine schriftliche gerechtigkeit, wo und worna sie sich richten und wes sie einem vogte oder verweser des ambts zu Bauschkenburg jerlichs vor gerechtigkeit geben sollen und pflichtig sein zu thunde. Und haben inen mit rade, willen und volborth unserer ersamen mitgebiettigern ehrgenant eine schriftliche gerechtigkeit, da sie sich sollen nach wissen zu richtende und zu habende, gegeben, so wir auch in crafft dieses brieffs gebenn, welchen dan sie auch belebet und bevolbordet haben, und lauttet von worten zu wortten als hir nach geschrieben stedt: [1.] Item zur winterpagst pagasts hier = Abgabentermin, sonst auch Abgabenbezirk, Abgabe gibt itzlich gesinde 2 marck, die gehoren ihnen mit wahr zu bezalen. Wie honichweide hatt, die bezalet auch mit honich. Das honnich soll man schatzen vor dem bo^eke na alter gewonheit. Derjenige, der keine wahr oder hönnichweide hatt, der mag mit gelde bezalen. Auch sol kein baur auss den gesindenn vor der pagst zu Riga ziehen
die bröcke darfor 3 öseringe. [2.] Item zur queckpagst auss itzlichem gesinde ein gutt schaff von zwelff schilingen
ist das schaff so gutt nicht, so sol er dar so viell uffgeben. Thor queckpagst soll man die mans, die 20 jahr alt sint, einschreiben, und sie sollen das ander jahr ihre gerechtigkeit geben gleich den andern. [3.] Item den zinss geben die bauren nach manzall, itzlicher 1 loff rockenn, 1 loff gerstenn, 1 loff haber. Das soll ein itzlich baur eingemessen habenn vor den winterpagst bei einer stube stupe. [4.] Item itzlich man 1 fadem holtz
der das nicht einfuret, der bricht 1 rindt, das 1 marck werdt ist. [5.] Item das vierde holtz sollen die bauren gebenn uf den hackenn, vonn klapholtz, wagenschott und allerlei holtz, wor es die herschafft entpfangen will uff die Bulder Aa. [6.] Item rickenn, balcken, delen, livessbreder soll man ufschniden, soviell der zu schlosse und in den hofen von nottenn und behuff ist. [7.] Item itzlich röck soll geben 2 hunner des jhars. Item itzlich gesinde soll dem landtknecht gebenn jerlichs 3 schilinge. [8.] Item dem schreiber, wan ehr einen mhan einschreibet, 2 schilinge, und wan er einen einzeichet, 2 schilinge. [9.] Item des kerckhern gerechtigkeit sollen sie geben nach alter gewonheit. [10.] Item die freien sollen gesterye und alle gerechtigkeit thun der herschafft nach aussweisunge irer brieffe. [11.] Item die einfotlinge geben des jhars 1/2 marck und sollen zur arbeith kommen
dan soll inen die herschafft brodt gebenn. [12.] Item den sommer nach manzall sollen die bauren zur arbeith kommen, des winters nach gesinden zall, es sei dan, das man die bauren nach manzal zur herfarth vorbottenn wurde, oder eine fuer der herschafft nach Riga oder uf die nehede, wor des von notten wurde sein, zu thunde. [13.] Item, der einen tag verseumbett von der arbeit, die bröcke ist ein schaff oder ein ferdingk. [14.] Item ein baur sol keine wiltnusse mher beschlahen, dan er den somer brauchen und besehen kann. [15.] Item wan sich die bauren theilen wollenn, das soll geschehen mit der herschafft willen
dan sol die herschaft das beste rindt zuvorn abnhemmen. [16.] Item kein baur sol keine wahr verkaufen, die herschaft sei ersten bezalet. Welcher baur der B bezalet hatt, der sol von den andern bauren keine wahr nhemen zu verkaufen, der nicht bezalet hat, bei 3 osringenn. [17.] Item kein baur soll den Lettowern pferde verkaufen offt verbottenn armborste oder bussen oder ander wapenn, bei seinem halse. [18.] Item ale landtrichtunge, da solen die elsten bauren recht uber finden, als es im lande eine gewonheit ist und zuvorn im ambte gewesenn ist. [19.] Item ob die bauren an den andern baurenn und rechtfindern missduncken hetten, das sie parteisch weren, so mach man auss andern gebiettenn umblanck belegenn bauren und rechtfinder holen. [20.] Item die eltesten, die die arbeith verwaren, den sol man geben essen und trincken, gleich dem hofemeister unnd meier. [21.] Item den pillagenn gibt man brodt unnd den leutenn in dass backhauss und brauhauss nach alter gewonheit, dass seindt die da korn aussschlahen. [22.] Item den wechtern gibt man brodt unnd den leutenn in dass back- unnd brauhauss. [23.] Item denn czimmerleuten, wan sie zur arbeit kommen, gibt man essen und trincken alss dem meier. [24.] Item wan dass hew zu hoffe ist, so gibt man den pauern zum Mesoten 1 thonne bier, und zum Bauschken auch also. [25.] Item wan dass korn zu hofe ist, 1 thonnen bier
wan die satt bestelt, 1 thonne bier
wan die widerumb aussgeschlagenn, 1 thonne bier
wan die winterpagast gehaltenn, 1 thonne bier zum Mesoten unnd Bauschken. [26.] Item die rodinge sollenn die paueren mitt iren pferdenn bereittenn und, wo dess ferner von nottenn ist, zu hacken haken = mit dem Haken bearbeiten nach alter gewonheit. [27.] Item die Mesotischen mugen netze werffen und pumpen pumpen = mit einer Keule oder Stange auf das Wasser schlagen, um die Fische ins Netz zu treiben gleich den Mesotischen Eckauschen
wollen die Bauschker fischen, sollen sie der herschafft willen machen nach alter gewonheit. Dieses zu urkundt und zeichnusse der warheit haben wir unser siegel an diesen brieff thun hangen, der gegeben ist zu Wendenn am montage nach Martini im jar 1492.(?)
comment
pressureInnerhalb der Abschrift wechselt zweimal die Schreiberhand: Eine zweite Hand übernimmt in § 20 ab {\am gleich dem hofemeister}, § 27 und der Schluß der Urkunde stammen wieder von der ersten Hand.