Kurland Property Records

Document text

back to search

erg0143

Karsten Gutzlef und Wolmer Hastfehr, Lehnsleute der Rigischen Kirche, Gerdt Medtstake, Domherr von Ösel und Dorpat, und Jürgen Toddewen, Lehnsmann der Öselschen Kirche, entscheiden als Delegierte des Erzbischofs von Riga[{\em Michael (Hildebrand), Ebf. von Riga 1484-1509}] und des Bischofs von Ösel[{\em Johannes III. (Orges), Bf. von Ösel 1492-1515}] den Gebietsstreit zwischen dem Bischof von Kurland, Heinrich Baßdowe, und dem Komtur von Goldingen, Otto Goß, dahingehend, daß die Lande Pretzel und Damen der Kirche Kurland gehören sollen. Der Bischof soll und will Klaus Korff und seine Erben mit 26 Gesinden zwischen dem Bach Appuße und dem Bach, der unter Dahmen fließt, belehnen. Die Bauern im Dorf Dahmen sollen die Äcker und Heuschläge jenseits des Baches, die sie bisher gebraucht haben, behalten (im grauen Kloster zu Aßenpothe des Mittwochs vor Nativitatis Mariae). Hasenpoth, 1508 Sept. 6
rechtliche Auseinandersetzung
Überlieferung:
aus C: Kop.
Archiv: Kopenhagen, Königl. Bibl., Neue königl. Mskr.-Sammlung Fol. Nr. 335, Kurl. Kopialbuch von ca. 1580 fol. 88\+{a}-90\+{a}
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
[...] unndt so schall unndt will de erwerdige herr tho Churlandt Clawes Korue unndt sinen rechten wahren erven verlehnen de sößunndttwintich gesinde twischen der beken Appußen unndt der beken, de under Damen fluedt, belegen, angesehen dat Clawes Korff sodan unnutze woste lande mitt schwarer moye unndt geldtspildunge besadt hefft, sodan verleninge geschen iß dorch bede unser ver geschickeden
ock beholdende buren ackere unndt hewschlege im dorpe Damen wonhafftich, de sie itzundt in bruckinge hebben aver der beke vorgeschreven [...].
comment
pressureDas von Seiten des Bischofs von Kurland um 1503 aufgestellte Verzeichnis der in den Teilungsurkunden von 1253 dem Bischof bzw. dem Orden zugefallenen Ländereien nennt in der Landschaft Ceclis als bischöflichen Anteil u.a. {\am Appuse} und merkt dazu an, {\am dat Appusze deme heren van Churlandt ys thogevallen na ynholde des werdigen ordens breve, dath doch Clawes Korff van deme werdigen orden zyck hefft lenen laten unde yn weren hefft myn wen myt rechte} (LUB II,2 Nr. 533 [6]). Dieses Apsen nahe Dahmen in der Nähe des Flusses Apschuppe (Apse) könnte Teil des Gebiets sein, das 1508 erneut und diesmal durch den Bischof an Klaus Korff verlehnt werden sollte. Laut Ortslexikon sub Dahmen wurde Klaus Korff allerdings 1508/12 vom Ordensmeister (?) mit 26 Gesinden belehnt, aus denen die Güter Dahmen, Aiswicken und Scharken hervorgingen; auch laut P. v. Schroeders, Kurland S. 122 entsprechen die 1508 an Klaus Korff verlehnten 26 Gesinde diesen späteren Gütern. Dahmen selbst befand sich durch Verlehnung des Ordens vom bischöflichen Standpunkt aus gesehen ebenfalls zu Unrecht in Korffs Besitz (vgl. LUB II,2 Nr. 532 [7] u. Nr. 533 [9]). Bf. Heinrich von Kurland forderte noch 1508 Apr. 1 den Pfarrrer zu Durben auf, Claus Korff das Abendmahl zu verweigern, da dieser schon vor langer Zeit {\am quasdam terrulas sive possessiunculas ecclesie nostre} in Besitz genommen habe (LUB II,3 Nr. 353). Zu der Beilegung des Gebietsstreits zwischen dem Bischof von Kurland und dem Komtur von Goldingen um Pretzel und Dahmen im Jahr 1508 vgl. u. a. LUB II,3 Nr. 253, 373, 395.