Kurland Property Records

Document text

back to search

erg0108

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Johann von Altenbockum, Ritter, und dessen Erben mit dem Gut im Gebiet Kandau, das früher Heinrich Bladinck besaß, in beschriebenen Grenzen zu Lehngutsrecht. Tuckum, 1503 Okt. 13
Lehnsurkunde Text derzeit nach E. v. Fircks, Neue Kurländische Güter-Chroniken, Mitau 1900-1905, Beil. Nr. 74, dort nach der Ausfertigung.
Überlieferung:
A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 187; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 204
Hide variants and comments | Show variants | Show comments | Show variants and comments |
Wy Wolter vann Plettenberch, tho Lifflandt Dutsches ordens meister, doen kunth, bokennen unde botugen meth dussem unsem vorsegeldem breve vor allesweme, de en ansen, horen offte lesen, dat wy mith rade unde vulborth unser ersamen medegebedigern dem erbaren, gestrengen unde erenthfesten herr Johann vann Oldenbokum Oldenbockum, ridder, unsem levenn getruwenn, gegunth unde vorleneth hebbenn, inn kraffth unde macht dusses breves gunnen, geven unde vorlenen eme und sinen rechten ervenn dath guth bolegenn im gebede tho Candow, welcker vor tiden Hinrick Bladinck Blading plach in bosith tho hebben: als van dem broeke Dorpbrock genometh antoga^ende, dar eine kule ys, van der kulen recht forth tho gaende beth tho einem stene meth einem krutse getekent, van dem stene tho einer kulen, van der kulen tho gaende tho einem stene meth einem krutse gemarketh, de dar licht yn enem bro^eke, van da^er vorth an tho gaende over ein bro^eck beth tho einer kulen, de by genner tidt dessulven bro^ukes gemaket ys, van da^er vorth nedder tho gaende tho der vorderen handt werth beth tho einer anderen kulen by dem bro^uke, van dar vorth tho gaende aver ein bro^eck tho einer kulen gema^eket by einem klenen sipe, dem sipe tho volgende tho der vorderen handt beth tho einem ackere, Abbetarre genomet, dar eine kule ys, van der kulen recht vorth tho gaende beth tho einem broeke, dath broeck over tho gaende beth tho einem flete, de Sumre Sumer genometh, dathsulvige fleth nedder tho volgenn, beth daer ein fleth ynn de Sumre felth, de klene Sumre genometh, unnd recht vorth tho gaende beth tho der Bersennbruggenn unde dem vlete under der bruggen tho volgenn beth tho einem vlete, Cayre genometh, de Cayre tho volgenn unnd van daer tho gaende over ein bro^eck beth tho der erstenn kulenn by dem broeke Dorpbroeck vo^ergeroreth
vorthmeer an der Lyveschen beeken tho gaende, dar ein eikenbom ys met einem krutse geteckenth, de beeke up tho gaende beth an ein siep, dar eine kule gemaeket ys, vann der kulen tho gaende beth an ein gro^eth gebro^eket, vann dem gebro^uket beth an dath vleth Sumre gehetenn, dat vleth tho volgen tho der Bersenbruggen unde recht vorth up tho gaende over de gro^ete Sumre tho tredenn, dar eine kule gemaeket ys, vann der kulen an eine vuchtnisse tho volgenn dorch ein bro^eck beth tho einer vuchtnisse, vann daer over ein gebro^eketh an einen wech entlanges tho einer kuelenn, vann der kuelenn unnd recht over einen houslach tho gaende tho einem stene meth einem krutse getekent, vann dem stene vann kuelenn tho kuelenn tho gaende tho dem eikenboeme bavenngetekenth. Dath also vorthahnn meth aller thobehoring unde bokuemicheidt, wo de geno^emeth sien odder geno^emeth mogenn werdenn, nichtes buten boschedenn, dath sy an ackerenn geradeth unnd ungeradet, an houslegen, wesen, veedrifften, busschen, byrsen, wateren, beeken, siepen, seen, honnichweidenn, honnichboeme, fischeryen, voegelien unnd allenth, wath gemelthe herr Johann vann Oldenbokum sine vorvaerenn seligenn gedechtnissen gegevenn, genaetenn unnd bosetenn hebbenn, dath sall bavenngemelte herr Johann vann Oldennbock unnd alle sine rechtenn ervenn tho eivigenn tydenn na leingudes rechte vrie unnde vredesam bosittenn unnd gebruekenn. Tho orkunth der warheidt hebben wy, Wolter vann Plettennberch bavenngeno^emeth, unse ingesegel bonedden ann dussenn breeff doen hangenn, de gegevenn ys unnde geschrevenn tho Tuckum frydages na Dyonisy na Christi unser levenn herrenn geborth fuffteinhundertunndedree jaer.
comment
pressureDer Verlehnung ging offenbar ein Verkauf voraus, möglicherweise durch Hermann Bladinck, vgl. Erg. 109. Laut Ortslexikon wurde Zehren schon 1492 an Johann von Altenbockum verkauft, ohne daß sich dies derzeit aus dem Urkundenmaterial belegen ließe. In der Titulatio fehlt nicht nur das bis zum Jahr 1508 übliche "broder" vor dem Namen des Meisters (vgl. O. Stavenhagen in: JbGen. 1899 S. 168), sondern der Meistertitel kommt überhaupt merkwürdig verdreht daher. Völlig ungewöhnlich und inhaltlich nicht besonders sinnvoll auch das Ende der Dispositio nach der Pertinenzformel ("unnd allenth, wath ..."). Die Handschrift ist nach Stavenhagens Angabe ohne Zweifel identisch mit der des stark angezweifelten Stückes von 1494 Sept. 1 ebenfalls für Johann von Altenbockum (Erg. 89), was auch diese Urkunde umso verdächtiger erscheinen läßt. Inhaltlich könnte ein Fälschungsmotiv in der Erweiterung der Grenzbeschreibung im Vergleich zu den bekannten Grenzen des Vorbesitzers liegen.