Mikhail Tyaglyy: Die Einstellung der einheimischen Bevölkerung in der besetzten Ukraine zur Verfolgung der Roma (1941-1944)

Verhaftete Roma mit Polizist Brickij
Polizist Brickij und eine Gruppe verhafteter Zigeuner vor der Erschießung". In: Staatliches Behördenarchiv des Sicherheitsdienstes der Ukraine, f. 5, spr. 68167, t. 1, [Umschlag].

Der Artikel ist einigen bislang wenig erforschten Aspekten der Romaverfolgung in der besetzten Ukraine in den Jahren 1941–1944 gewidmet. Den Ausgangspunkt bildet die Überlegung, dass die Besatzer weder im rumänisch noch im deutsch kontrollierten Teil der Ukraine über ausreichende eigene Ressourcen verfügt hätten, um ihre Politik gegenüber den Roma systematisch zu verfolgen. Da an der Durchführung dieser Politik zahlreiche Vertreter der Mehrheitsbevölkerung beteiligt waren, gewinnt die Erforschung der von der lokalen Bevölkerung bei der „Lösung der Zigeunerfrage“ eingenommenen Haltung stark an Bedeutung. Der Autor beleuchtet die den Roma entgegengebrachte Einstellung verschiedener Gruppen der einheimischen Bevölkerung und setzt sich exemplarisch mit den wichtigsten militärpolitischen Akteuren (wie kommunistische und nationalistische Partisanen) sowie mit der Rolle der Zivilverwaltung und der Hilfspolizei auseinander.

Einleitende Bemerkung von Dmytro Myeshkov und Beitrag von Mikhail Tyaglyy