Kazimierz Wyka: Die abgekoppelte Wirtschaft

Oświęcim
Oświęcim: Das Foto stammt aus der Sammlung von Mirosław Ganobis.

In dem hier zum ersten Mal in deutscher Übersetzung präsentierten und aus dem Buch „Życie na niby“ [Leben als ob] stammenden Essay „Gospodarka wyłączona“ [Die abgekoppelte Wirtschaft] schildert der Krakauer Literaturwissenschaftler Kazimierz Wyka die Unmöglichkeit, während der deutschen Okkupation ein „richtiges Leben“ inmitten einer Welt voller Grausamkeit, Unterdrückung und Ausbeutung führen zu können. Gleichzeitig befasst sich der Verfasser ausgiebig mit der Ideologie der Nationalsozialisten und deren praktischer Umsetzung in Polen. Er diskutiert dieses Thema anhand der herrschenden sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen in den einzelnen Gesellschaftsschichten und zeigt auf, von wie vielen unterschiedlichen Faktoren das Überleben des Einzelnen abhing. Wykas Essay aus dem Jahre 1945 gilt bis heute als Standardwerk und die darin formulierten Thesen werden in nahezu jeder polnischen Abhandlung über die deutsche Okkupationszeit und deren Folgen aufgegriffen und intensiv diskutiert.

Einleitende Bemerkungen von Matthias Barelkowski und Agnieszka Pufelska und Beitrag von Kazimierz Wyka