A. I. Beznosov: Die Nikolaipoler Mennonitensiedlungen in den Jahren des Bürgerkriegs (1918–1920)

Eine Gruppe von Mennoniten aus Warendorf (Deutschland) vor einem Denkmal für die Opfer der Machnos-Pogrome in Novo-Petrovka (Eichenfeld), Ukraine. Foto von Jakob Stobbe, 2005.
Eine Gruppe von Mennoniten aus Warendorf (Deutschland) vor einem Denkmal für die Opfer der Machnos-Pogrome in Novo-Petrovka (Eichenfeld), Ukraine. Foto von Jakob Stobbe, 2005.

Im vorliegenden Aufsatz unternimmt Aleksandr Beznosov den Versuch, das Schicksal der in der Ukraine lebenden Mennoniten zur Zeit des Bürgerkriegs im Rahmen eines mikrohistorischen Ansatzes am Beispiel der in den Kolonien des Amtsbezirks Nikolaipol ansässigen Mennoniten zu untersuchen. Besondere Aufmerksamkeit widmet der Autor der Frage der Aufstellung und Aktivität mennonitischer Selbstschutzeinheiten – ein bislang kaum erforschter Aspekt, dem die mennonitische Geschichtsschreibung angesichts des Widerspruchs zu den Grundprinzipien der mennonitischen Glaubenslehre nur wenig Aufmerksamkeit zukommen ließ. Beznosov zeigt, dass die Gründung des Selbstschutzes eine durch die Notlage erzwungene Maßnahme darstellte, der sich nur ein Teil der Mennoniten anschloss, nachdem alle Versuche, zwischen den einzelnen Konfliktparteien zu lavieren und Konflikte friedlich beizulegen, gescheitert waren.

Einleitende Bemerkung von Victor Dönninghaus und Beitrag von Aleksandr I. Beznosov