Urkundentext: erg0068

Bf. Hermann von Kurland, Jürgen von Holte, Komtur von Doblen, und Ernst von Münchhausen, Vogt von Grobin, entscheiden im Auftrag von OM. Wolter von Plettenberg in der Streitsache zwischen Friedrich Hahn und Bartholomäus Buttler. Danach soll letzterer dem Friedrich Hahn binnen 4 Jahren insgesamt 2500 Mark Rigisch bezahlen, Friedrich Hahn aber binnen 6 Wochen den Hof Strasden räumen und Bartholomäus übergeben. Bis zur vollen Bezahlung der Summe soll Friedrich Hahn einige Gesinde in den Dörfern Lebeneck und Oxeln als Pfand erhalten. Hasenpoth, 1531 März 1
Pfandurkunde; rechtliche Auseinandersetzung Text derzeit nach E. v. Fircks, Neue Kurländische Güter-Chroniken, Mitau 1900-1905, Beil. Nr. 29, dort nach der Ausfertigung (A) mit Ergänzungen nach Kopie des 16. Jahrhunderts (B). Nicht an Kopie von der Ausfertigung kollationierbar.
Überlieferung:
A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 285
Varianten und Anmerkungen aus Varianten ein Anmerkungen ein Varianten und Anmerkungen ein
Vann gots gnadenn Hermannus, der kerckenn unnd stifts tho Curlandt bisschopp, Jurgenn vann Holte, Hoete laut Fenske/Militzer, tho Dobbeleenn cumpthur, unndt Ernnsth vann Mennichhußenn, tho Grobbyn Dutzsches ordenns vogett, doenn kunnth, bekennen unnd betugenn vor idermennichlick, do dissenn openenn breff seenn, horenn oder leßenn, dath wie [up beger,] bevell [und angesinnen] des hochwerdigen und grothmechtigenn fursthenn unnd hernn, hernn Wolter vann Pletennberch, [Dutzsches ordens] meister tho Lifflande, unnsers velmechtigen frundes, gnedigenn hernn unnd oversten, de twistsakenn, de tusschenn denn erbarnn ernthvestenn Friederick Hanenn aynes unnd Bartolomeus Butler anders deles ethwelcker [ordel] unnd [jarbreve] halvenn lannge tydt gswevet [und gehangen, up dat beide parte tho fredeleffter eindracht und ... kamen mochten, durch underhendeler und overluede freundtliker weise hinlegen, endtscheiden und vordragen schulden, hebbe wy darumb siner leve thom (schuldigen) dienste und gehorsam beide parten (vor uns beschieden) und als leffhaber des frieden uns in dersulvigen saken, so vele uns moegelick gewesen ist, beflitiget, de (wi) in form und gestalt, wy herna folget, vordragen, voreinigt und endtscheden hebben]. Innth irsth sall Bartolomeus Butler Friederick Hanenn in dem hove tho Strasden binnen veer jarenn negesthvolgennd thwedußenntviffhundert marck Riges in veer terminen also boschedenntlickhenn uthrichtenn: thom ersthenn in dreien vertein dagenn der sos weckenn nha dato dusses unnsers breves [geven und] bottalenn in eyner summa dusent marck Rigesch, darnha voer eynn jar up de sulfftige tydt, alse Bartolomeus gemelt de dußennt marck uthrichtenn werth, sall he (gemeltem) Friederick Hanen viffhundert marck in eyner summen [gelden] unnd vornogenn, unnd denn vorth up gemelte termine nha malckander alle jar viffhundert marck uthrichtenn unnd botallenn, so lange dath Bartolomeus gemelt Friederick Hanen de dorde halff dußennt marck vull unnd alle betalet unnd vornoget hefft
unnd wann gedacht Bartolomeus Butler de ersthe dußenth marck betalt, dann soll Bartolomeus upgemelt [genannten] Friederick Hanenn vor de andernn vifftennhundert marck vor eyn gewiß unvorsettet pannth eyn gesinde vor eynn unnderpannth [nach dußer lande gewoenheit] vorsettenn, vorpanndenn, vorschrivenn unnd vorsegelenn, [nomliken] achte gesinde im dorpe tho Lebeneck unnd im dorpe tho [Oschallem] viff gesinde. Deß sall vorgedacht Friederick Hane den hoff tho Strasdenn binnen drene vertein dagen na dato jegenwerdiges breves [ruemen] unnd Bartolomeus Butler [wue he den von sinem broder Christian endtfangen und] nha inholt der affsprocke overannthworden
[und so Bartholomeus vielgemelt in betzalunge und uthrichtunge der geschreven terminen vorseumeligk und gebrugligk gefunden worde, soll und mach Friederich Hane sodane pandt ohne jeniges rechten, geistlich oder weltliches, antasten, in prensen nehmen, inne beholdem unde gebruken, so lange eme sodane termine mit allem schaden, so darup gelopen, den minsten penning mit dem meisten, ersten vul und alle uthgericht und betalet worden sy. Mit der updracht, Christian Buthler Friedrich sall gedaen hebben, sall staen tho erkenntnuß deß hochwürdigen großmechtigen hern meisters tho Lifflande ehres geborliken rechtens, ock sal Friederich Hane Bartholomeus Buthler handtreken undt overandtworten, wan he de dusent marck in der ersten betalinge entfangt, de landtbreve, lehnbreve, schultbreve und alle breve mit den quitantzen, so he bethher up hoff und gueder, (so) Bartholomeus Buthler thogekamen, in weren gehabt, sonder jenigerley insage, unvortochlick und unvorsehret overandtworten. Ock sall Bartholomeus Buthler vake gemeltem Friederich Haenen allen rocken, de beth hertho in hupen gestanden hefft, volgen laten, uthgenamen den roggen tho Sameyten im felde stande, den sall Bartholomeus Butler beholden. Mit der buren schult Friedrich sich vormodet, ime de buren schuldig sin sollen, sall idt so stan: Wen Bartholomeus Buthler vorgemelt Friedrich Haenen de druddehalff dusent marck na termine ... uthgerichtet, gegulden und betalet hefft, so sollen die beide malk twe guede frunde nehmen unde desulven schulde oversehen unde vortasten, offt sick de schult so hoge drepe, alse Friederich Haene vorgegeven und sick vormoedeth, up drehunderth marck tho langende. Wo idt dan so befunden wirdt van densulfftigen frunden, sall alßdan Bartholomeus Buthler Friedrich Hanen anderhalb hunderth marck, woferne de frunde nicht anders midt beider partte willen in leve und frundschop nicht anders und delen konnen, in dreyen jaren, nomlick alle jar vofftig margk uthrichten, gelden und betalen. Deß sall gedachtes Friederick Haenen ehlike husfrouw im have tho Straeßden de soß weken na dato bliven, ock sal Bartholomeus Buthler vorgunnen, dat sine buren den roggen Friederich Haenen thokamende mogen uthschlaen
Friederich Hane sall averst mit gewalt de buren dartho nicht dringen, sondern wat geschuth, sall mit willen, leve und frundtschop des inherrn geschehen. Hiemit sall alle twist, twispalt, gewalt, besittung des guedes baven den jarbreff, injurien und ock alle thosage, de de eine tegen dem (anderen) hefft, uthbenamen den artiekul de updracht, wue baven beroreth, belangen und mißhechlichkeit, wue de namen moegen hebben, hingelecht, gedodet, gedempet, vornichtet und frundtliken eines vor alle thom gantzen ende vordragen undt endtscheden sin und bliven. Und dat hebben ock beide parte, also vor uns ein dem anderenn ungedrungen, ungenödiget mit guedem willen sonder alle gefehr, argelist und exeption vollkamentliken tho holden behandtstregket und gelaveth. Dußen tho mehrer tucheniße und befestinge der warheit so hebben wihr, Hermannus bischop, Jürgen von der Helle, kumthur, und Ernnst von Monnichhausen, vogt vorberorth, unser kercken und embter insegel rechtens wetens an dißen breff lathen hangen.] De gegeven is im grawenn [closter thom Hasenpoten in den jahrenn unseres seeligmachers] dusenntviffhundert im dortigstenn und einem jare midwekens nha dem sundage, when mann synget invocavit.
Bemerkungen
DruckVgl. das vorangegangene Schreiben, das OM. Wolter von Plettenberg 1530 Aug. 20 in derselben Angelegenheit an Herzog Albrecht von Preußen richtete (Erg. 831).