Urkundentext: Bauer514

OM. Gotthard [Kettler] belehnt Schweder von Horen und seine Erben zu Lehngutsrecht mit 9 Gesinden im Gebiet Frauenburg und gewährt ihm freie Fischerei im Zezern-See und im Noywarschen See sowie das Recht, in der Frauenburgschen Wildnis Bau- und Brennholz zu hauen. Riga, 1561 Juli 1
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 447; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 508
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Von Gottes gnaden wir Gothart, meister Deutsches ordennß zu Liefflandt, thuenn kundt, bekennen unnd bezeugen in unnd mit diesem unserm offenenn vorsiegeltenn brieffe vor unnß, unsere nachkommen und sonsten idermenniglichen, nachdem unnß der erbar unser lieber getreuer Schw[e]der vonn H[ore]n etwan hiebevorn uff unser gnedig ansuchenn eine summa geldeß vorgestreckt unnd numhalß desselbenn geldeß sich gen[tz]lichenn vo[rziehen]% Fleck unnd begebenn, daß wir ime derhalben unnd umb seiner langen getreuen vleissigen dienste, die er unß unnd unserm orden bißanhero geleistet, inn gnaden gegundt, gegeben und vorlehnet habenn wie wir ime denn unnd seinen rechten waren erben hiemit unnd inn crafft dieses unsers offenenn brieffs gegunt, gegebenn und vorlehnet haben wollenn nachfolgende neun gesinde im gebiet zur Frauenburg belegen, nemlichen Clauß Naywar mit einem gantzen hacken, Clauß Naywar Semmeck mit einem gantzen hacken, Janne Aprate mit einem gantzen hacken, Mattis Gerringe mit einem gantzen hackenn, Mattis Libit mit einem halben hackenn, Jacob Schluter mit einem gantzen hacken, Handel Sadul mit einem gantzen hacken, Janne Libit mit einem halbenn hackenn und Janne Kackle mit einem gantzen hackenn landeß unnd allen andern iren gerechtickeiten, nutzungen unnd zubehorungen, wie die genandt oder genandt werden mugen, an eckern gerodet unnd ungerodet, heuschlegen, wiltnussen, puschen, wiesen, holtzungen, sippen, wassern, weidenn, viehetrifften, honigweidenn, honigbeumen, vischereien, vogeleien unnd allen anderen beqwemigkeiten, nichtsnicht aussenbescheidenn, vortan zu habenn, zu besitzenn, zu geniessenn, zu gebrauchen unnd zu behaltenn frey unnd friedsamlich nach lehengutß rechte zu ewigenn zeitenn. Zudeme vergonnen wir auch vor unß unnd unnsere nachkommen inn unnd mit crafft dieses unsers offenenn brieffs obgemeltem Schweder vonn Horen Haren unnd seinen erben inn denn beidenn sehen, die Sesersche unnd Noywarsche sehe genandt, frey unnd ohne alle behinderunge fischenn unnd inn der Frauenburgischen wiltnuß notturfftig baw- unnd bornholtz hauen unnd ausfurenn zu lassen. Deß zu urkundt der warheit habenn wir Gothart, meister obgemelt, unten an diesenn brieff unser maiuß secret rechtes wissens hangenn lassen und denselben mit eigener handt unterzeichnet, welcher gegebenn und geschriebenn ist uff unserm hause zu Riga denn erstenn July nach Christi unnsers liebenn herrn unnd saligmacherß geburt tausentfunffhundert unnd darnach im einundsechtzigstenn jahre.(?)
Bemerkungen
DruckHeinrich von Horn gab im Jahr 1620 vor der Ritterbank an, sein Geschlecht habe seinen Ursprung im Land Bergen, woher der selige Schweder von Horn gekommen sei (Ritterbanken Nr. 66 S. 31 f.). Schweder von Horen ist als erster seines Geschlechts in Kurland ansässig geworden. Vgl. zu dem Geschlecht derer von Haaren Genealog. Handbuch insb. S. 300-303.