Urkundentext: Bauer372

OM. Wolter von Plettenberg belehnt Hans Gayl und seine Erben mit 10 Stücken Landes im Amt und Kirchspiel Tuckum, die er von altersher besitzt, in beschriebenen Grenzen zu livischem Recht. Riga, 1515 Juni 17
Lehnsurkunde
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Pap., laut Fb. 4 Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 213; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 242(?)
Varianten und Anmerkungen aus Varianten ein Anmerkungen ein Varianten und Anmerkungen ein
Wy Wolter vann Plettennberch, Duitzsches ordennß mester tho Lyfflannde, do^enn kunth, bokennenn unnd bothugenn inn dussenn unnsem apenenn vorsegeldenn breve, dath wy myth rade, wyllenn unnd vulbarde unnser ersamenn medegebedighernn Hans Geylis unnd synenn rechtenn warenn ervenn gegunth unnd vorlenth hebbenn unnd inn crafft dusses breves gunnenn unnd vorlenenn teynn stucke landes, inn deme ampte unnd kerspel vann Tuckum boleghenn, de he oldinges []% Lesung am Wortanfang unsicher gebruketh unnd bosettenn heveth, myth crutzenn, kulenn unnd sypen, boschetlykenn [in] dussenn naboschrevenn schedunghenn bolegenn unnd getekennth synnth: eynn stucke landes up [ge]nsyth deme dorppe Leppemas, twysschenn twenn sypenn to ytlykem ende myth eyner kulenn getekenth bolegenn is
eynn stucke by deme dorpe to Arwalenn in Erwalensi pago censitico von 1503 Okt. 16 (Erg. 488). ann deme Dobbelenschen wege, myth ses kul[e]nn unnd veer stenenn bocrutzigeth, up synn olde []% Lesung am Wortanfang unsicher vriglannth tho schetende getekennth
eynn stucke m[yth enem] hoyslage by deme dorppe to Wixall by ener becke, Wisuppe genometh, tusschen twe[n broken und tho den] endenn myth twenn kulenn getekenth bolegenn ist
soes stucke lanndes by [.........................] inn eynem brokede, ann deme ende ene becke bolegenn, de [.........................] getekenth
eynn [holm]% so in B gelesen by eynem brokede by der br[ugge .........................] Dobbelenn to reysende bolegenn
unnd noch eynn hoys[lag ....................] herschop lanth to schetende myth ver kulenn umbgetekennth bolegenn
[...............] nuth unnd boqwemycheyth, w[o] de genometh synn edder genometh mogenn w[erdenn, als an ac]kernn g[er]adeth unnd ungeradeth, hoyslegenn, wesenn, wedenn, busschenn, brokenn, sypenn, [.......... honni]chwedenn unnd bomenn, vogellyenn unnd visscherygenn, nichtesnycht buten boscheydenn, to [hebbende, to be]sittende, to brukende unnd to beholdende vryg unnd vredesam na Lyvesschem rechte to ewygenn [tyde]nn. Dusses tor orkunde unnd tuchnyssenn der warheit hebbenn wy unnse inngesegell rechtes wettens unndenn ann d[u]ssenn breff doenn hanngenn, de gegevenn unnd geschrevenn is bynnen unnsers ordennß stadt Rygha am jare na Christi geborth vyffteynhunderthunndvyffteynn des sonndages na Guillermi.(?)
Bemerkungen
DruckDer in JbGen. 1898 abgedruckte Text der kopialen Überlieferung B ist schon genauso lückenhaft wie das Original heute und weist zusätzlich noch verderbte Stellen auf (z.B. {\am Sinclerny} statt {\am Guillermi}), taugt daher nicht zur Ergänzung der Fehlstellen in A. Prüfen, ob Siegel oder -einschnitt bei A vorhanden ist oder ob die A genannte Überlieferung, der Schrift nach aus dem 16. Jh. stammend, eventuell nicht die Ausfertigung, sondern die B zugrundeliegende Kopie sein könnte. Vergleiche den Bearbeitungsvermerk aus dem Jahr 1653, hier zitiert nach JbGen. 1898 S. 63, wonach der Verbleib des Originals schon derzeit nicht mit Gewißheit angegeben werden konnte: {\am Diese copey concordirt mit der producirten copey von Hans Kobern, davon das original Otto thor Haken haben soll. Actum Tuckumb den 9. Sept(em)b(e)r anno 1653. Fridericus Klein iudicii Mytov(iensis) secr(etarius). Concordat cum suo transumpto. Godofredus Fabricius obersecr(etariu)s. (L. S.)}. Anmerkung von Herr Dr. Neitmann: Die Diktion der Grenzbeschreibung ist ganz ungewöhnlich (summarische Angabe der Grenzmale, statt die Grenze von Grenzmal zu Grenzmal genau zu beschreiben). Was ist "Livisches Recht"? Die Formel "unsers Ordens Stadt Riga", die auch in dem sicher gefälschten Stück von 1503 Okt. 16 auftritt (Erg. 488), ist zumindest nicht gängig. Urkunde ist fälschungsverdächtig, Zweck: Grenzziehung? Prüfen, ob ähnlich summarische Angaben der Grenze nicht doch vorkommen können, zumal 10 Landstücke genau zu beschreiben wären.