Urkundentext: Bauer325

Christian von Seelbach, Komtur von Windau, verkauft dem Axel Hoveman zu Stirben und seinen Erben ein Stück Landes im Feld Stirben in beschriebenen Grenzen, davon ihm kurisches Recht getan werden soll. Windau, 1494 Sept. 30
Verkaufsurkunde Text nach A. Bauers Abschrift von Kopie des 17. Jahrhunderts (B).
Überlieferung:
aus B: Kop.
Varianten und Anmerkungen aus Varianten ein Anmerkungen ein Varianten und Anmerkungen ein
Ich bruder Christian Zolbach, Teudsches ordens compthur zur Windaw, bekenne und bezeuge fur alle denjenigen, die diesen brieff sehen, hoeren oder lesen, das ich Achßel Hoveman zu Stürben verkauft habe, ihme und allen seinen rechten wahren erben ein stücke landes, belegenn im felde Stürben, anzuheben an dem ende von der strasen, die aus dem dorffe Stürben kombt, bis an den Goldingschen weg, dem wege zu folge[n] bis an die brücke, von der brugken lengst dem siep bis wieder an Warekatin Wargatiten, Dorf bei Stirben seine ackere, davon ihm Churisch recht zu thuende. Dieses zur zeugnus der warheit so hab ich comptur vorgedacht meines ambtes insiegel unten an diesen brief laßen hangen, der gegeben und geschrieben ist zur Windaw in der jahrzal nach Christi geburd eintausendvierhundert und vierundneuntzigsten jahre des andern tags nach sanct Michaelis.
Bemerkungen
DruckA. Bauers Abschrift von B bietet gegenüber dem stark abweichenden Abdruck in LUB den deutlich besseren Text und wird deshalb hier erneut ediert. Die zum Teil verballhornten Namensvarianten aus C nach dem Abdruck in LUB sind im Variantenapparat angegeben. L. Arbusow, Verzeichnis kurländischer Güterurkunden S. 111 f. hält die Urkunde wahrscheinlich für eine Fälschung. Tatsächlich steht die Urkunde mit Blick auf ihren Inhalt, den direkten Verkauf von Land aus Ordensbesitz an einen Untertan ohne lehnsrechtliche Bindung, singulär da (andere Verkäufe (?) Nochmal prüfen). Andererseits erscheint der Sachverhalt um einiges glaubhafter, wenn man in Erwägung zieht, daß der Name des Empfängers als "Axel, Hofmann zu Stirben" zu lesen und das Freigütchen als eine Art Zusatzausstattung für einen Amtsträger des Ordens zu verstehen sein könnte.