Urkundentext: erg1020

OM. Hermann von Brüggenei gen. Hasenkamp und Johann von der Recke, Koadjutor DO zu Livland, fordern den Komtur von Goldingen und die Vögte von Kandau und Grobin auf, für die Restitution derjenigen Güter zu sorgen, die dem Haus Windau und dem Hof Hasau zum Nachteil von dem alten Komtur von Windau, Wilhelm von Etzbach, vergeben wurden. Riga, [15]47 Febr. 9
anderes Schriftstück
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Pap.
Archiv: Stockholm RA, Livonica I vol. 1
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Adresse dorsual: Den werdigen und achtbarn, unsern leven andechtigen hern cumpthur tho Goldingen, vageden tho Candow und Grobbin, Duitschs ordens sampt und sond[er]. Herman van Bruggeney, genant Hasenkamp, meister, und Johan van der Recke, coadiutor Duitsches ordens tho Liflande. Heilsam leve in Got bevorn. Leven gebediger dieser naboschrevenn ampter Goldingen, Candow und Grebbin. Nachdem wy dem werdigen und achtbarn, unserem leven andechtigen hern Adrian Torcken, cumpthurn thor Window unsers ordens, dath ampt darsulvest gnediglich gegunt und gegeven, darentkegen ock denn olden cumpthur, her Etzbach, mit dem gemake, ßo selige her Johan van der Houe vor ehme gehat, vorsehenn, und aver van gemeltem hern Etzbach nicht alleine dath gebede, sondern ock dath gemack by des seligen hern Houen tiden unserm orden und vorwesern des gebedes thor Window tho nhadele vergeven, diewylen aver solliche afwendung ahne unsern vorwillen und weten und indeme dath deme seligen hern thokamende unbundich unbundich = nicht bündig, ungültig, bogern und wollen wy hirmith ernstlich, wie wy Iw dath hir tho Rige ock jegenwerdichlich uperlecht und bevalen, die gelegenheit gemelts gebedes und darvan gegevenen gudern besichtigen und verhoren und alles, wes dem huse Window und have thor Hasow tho hogstem nhadeile vorgeven, deme itzigen cumpthur wedderumb thokeren, sonderlich dathjennige, wes van uns und unsern vorfarn unversegelt und -vorbreveth. Hirnha Iw allenthalven richten geschuit unserm orden thom besten und unser thoverlatige wille. Datum Rige den 9 Februarii anno etc. XLVII.
Bemerkungen
DruckDie von OM. Brüggenei geforderte Restitution von Besitztiteln, die der frühere Komtur Wilhelm von Etzbach dem Gebiet Windau zum Schaden an Lehnsleute vergeben habe, ist besonders an dem Fall Heinrich Brinckes festzumachen. Zwar wurden schon 1539 Jan. 29 erstmals Landstreitigkeiten zwischen dem derzeitigen alten Komtur von Windau, Johann von der Hoeve, und Heinrich Brincke beigelegt (Erg. 861), der neue Komtur Adrian Torck nahm aber die Auseinandersetzung um verschiedene Besitztitel zwischen Brincke und dem Gebiet Windau wieder auf und diese scheinen erst 1553 beigelegt, vgl. Erg. 988 u. Bauer 472. Den Vorwurf von Unregelmäßigkeiten und drohender Besitzentfremdung im Verhältnis zu Evert Hoiking läßt auch das letzte Schreiben Etzbachs als Windauer Komtur von 1546 Mai 20 erkennen (Erg. 984).