Urkundentext: erg0297

OM. Wolter von Plettenberg beurkundet das Ergebnis einer im Jahr 1519 stattgefundenen Grenzbereitung zwischen den Gütern des Zisterzienserinnenklosters in Riga, welche über die Düna nach der litauischen Grenze hin gelegen sind[{\em Klein-Jungfernhof 1 km s Groß-Jungfernhof, links der Düna gelegen}], und denen der Ordensvasallen Friedrich von der Linden[{\em Besitzer von Linden, Teil von Linden-Birsgallen 16 km nw Friedrichstadt}] und Johann von Werne[{\em Besitzer von Halswigshof 9 km w Friedrichstadt}], dessen Güter Heinrich von Galen gen. Halßwich gekauft hat. Wenden, 1526 Febr. 6
Grenzbegehung Im Auszug gedruckt Livländische Güterurkunden Bd. 2, Riga 1923, Nr. 432 nach beglaubigter Kopie des 16. Jahrhunderts.
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Wolther von Plettenberg, Mst. D.O. zu Livland, urkundet, daß, weil etliche twistsaken, kyve unnd unenicheit wegen des Dorfes und der Güter, welche, aver de Duhne nach der Letawschen grensse belegen, seit einigen hundert Jahren der Äbtissin, den Jungfrauen und dem ganzen Konvent binnen Riga gehörig gewesen, zwischen demselben gemeinen Konvent an einen Teil, und dem ehrb. u. festen, s. l. Getr. Johan von Werne und Frederich vonn der Lindenn, am andern Teil, eine Zeitlang gewesen, so hatte er, der Mst., um dieselben zu vergleichen, i. J. dusentviffhundertunndnegentein, beneben dem allerehrw. in Gott Vater u. Herrn, Herrn Jasperus, sel. u. mild. Ged., der hl. Kirche zu Riga Erzbischof, die ehrb. u. festen Kersten von Roszen, Johan Benevelt u. Johan Notken, de unse, mit nahmen den werdigen herrn Johan von Eckell, up dat mall hauszcomptor tho Ascherade, und den erbarn unsen leven getruwn Johan Halsswich die Güter zu besichtigen, zu bereiten, einen Part von dem andern durch beständige und erkenntliche Grenze zu entscheiden, gesetzt und hingefertigt, welche von ihnen festgesetzte Grenze von ihm, dem Mst., verbrieft wird und unbeschädigt gehalten werden soll. [Folgt die Grenzführung, in welcher u.a. erwähnt wird:] von der Duhnen anthogahnde tho einer beken, de genomet iss de Cassurge, de sulvige beke semptlich tho bruckende mit Frederich von der Linden [...] Kreuzkuhle [...] harde edder heide [...] Kreuzkulen u. Kreuzsteine [...] wiltnisse durch, de auch beteichnet is an ekenbohmen mit kreutzen [...] Kreuzkule, de dar licht vor up der Talcken, de Talcke up tho gahnde bet dar se entspringet, darup gemelther dryer parthe landt sich beiander hoget [...] kleiner See, durch diesen an ein fleidt, genohmet de Esupp, de dar ut der dersulvige[n] see springet. Dess hefft Hinrich von Galen genomet Halsswich upgedacht de guder gekoft von Johan von Werne. Dar den ein hoyschlag in der jungfrouwen lande belegen wasz, derssulvigen hoyschlag uthgebuthet vor ein stucke landes, by der Esupmunde gelegen, dar se felt in de Duhne, de Duhne dall tho gahnde, den stracks uth der Dune beth an eine kreutzkuhle und so fort von kreutzkuhlen tho kreutzkuhlen beth an dessulvige beke Esup. Er, der Mst., hat sein Siegel angehängt. Geg. u. geschr. zu Wenden dienstags nach purificationis beatae Mariae virginis [...] dusentviffhundert und ihm seszunndtwintichstenn jhare.
Bemerkungen
DruckHeinrich von Galen gen. Halßwich wurde 1526 Juni 15 mit den gekauften und anderen Ländereien im Amt Ascheraden belehnt, vgl. Erg. 525. Zur Fortsetzung der Grenzstreitigkeiten zwischen den Zisterzienserinnen und den benachbarten Ordensvasallen vgl. Erg. 300 von 1554 Mai 10. Für einen neueren Textabdruck s. LGU 2 Nr. 432.