Urkundentext: erg0107

Heinrich von der Brüggen, Komtur von Goldingen, und Christian von Seelbach, Komtur von Windau, bekennen, daß Albrecht Ösull vor ihnen Johann von Altenbockum nach erfolgter Bezahlung 3 Gesinde und 3 1/2 Haken Landes aufgelassen hat. Goldingen, 1492 Aug. 24
Besitzabtretung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 144; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 157
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Wy broder Hinrick van der Brugghen, kumpthur to Goldingen, broder Kersten van Selebagh, kumpthur tor Winda Dutsches ordens, bekennen und betughen mith dessem apenen breve vor alle denjenen, de dessen jeghenwerdigen breff seen offte horen lesen, dat vor uns is ghekomen Albrecht O^esull und hefft mith frigen wolbedachten mode uppghedreghen und overghelaten Johanne van Oldenbockum dre ghesinde und verdenhalven haken landes mith aller tobehoringe, so und alse dat de olden leenbreve uthwisen
welker dre ghesinde und dat landt vorgheschreven hefft de vorghedachte Johan dem vorghenomenden Albrechte to vuller noghe woll betalet, also dat de vorghenomede Albrecht edder sine nakomelinge nummermeer to ewigen tiden upp sodane ghesinde und lant saken willen edder solen edder jemandes van siner weghen, he sy geistlich edder wertlick. Des tor tughnisse der warheit hebbe wy broder Hinrick, kumpthur boven ghenomed, umme bede willen unses amptes ingheseghell unden an dessen breff laten hangen, de ghegeven und gheschreven is to Goldingen in den jaren na der ghebordt Crissti dusentveerhundert darna in dem tweundenegentigesten jare am daghe sancty Bertolomey des hilligen aposstols.
Bemerkungen
DruckDie Urkunde ist weitgehend gleichlautend mit dem früheren Auftragung von Ösulschem Besitz an Johann von Altenbockum in Erg. 106, abweichend aber der zweite Aussteller, der Verkäufer und die höhere Zahl der überlassenen Gesinde. Insbesondere der letzte Punkt, die Erhöhung der Gesindezahl, läßt die Urkunde inhaltlich zunächst verdächtig erscheinen, reicht jedoch nicht zur Einstufung als Fälschung. Äußere Urkundenmerkmale sind noch zu prüfen. Laut Ortslexikon wurde 1492 Zehren, das aus der Belehnung des Heinrich von Riga mit 4(!) Haken an der Grenze von Sumbern hervorgegangen war (Bauer 86), an Johann von Altenbockum verkauft, womit nur Urkunde Erg. 106 oder Erg. 107 gemeint sein können. Der einzig bekannte ältere Lehnbrief der Familie Ozeler bezieht sich aber auf 3 1/2(!) Haken (Erg. 105), die zwar ebenfalls im Kandauischen (Rinkuln, Putzen und bei Zabeln), aber nicht in Zehren gelegen sind. Es müßte also einen verlorenen Lehnbrief für (Gregor?) Ozeler über Zehren gegeben haben, der Besitz dann auf Albrecht und Jakob Ösull aufgeteilt worden und in zwei getrennten Verkäufen an Johann von Altenbockum übergegangen sein.