Urkundentext: erg0106

Heinrich von der Brüggen, Komtur von Goldingen, und Heinrich von Galen, Vogt von Kandau, bezeugen, daß Jakob Ösull vor ihnen nach erfolgter Bezahlung Johann von Altenbockum ein Gesinde und 3 1/2 Haken Landes aufgelassen hat. Jürgen Buttlers Hof, 1492 Febr. 5
Besitzabtretung
Überlieferung:
aus A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: Riga, Hist. StaatsA., Best. 5561, Fb. 4, Akte 142; GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 155(?)
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Wy broder Hinrick van der Brugghen, kumpthur to Goldingen, broder Hinrick van Ghalen, voghedt to Candow Dutsches ordens, bekennen und betughen mith dessem apenen breve vor alle denjenen, de dessen jeghenwordigen breff seen edder horen lesen, dat vor uns is ghekomen Jacob O^esull und hefft mith frigen wolbedachten mode uppghedreghen und overghelaten Johan van Oldenbockum en ghesinde und verdenhalven haken landes mith aller tobehorunge, so und alse dat de olden leenbreve uthwisen
welker ghesinde und lant vorgheschreven hefft de vorghedachte Johan dem vorghenomeden Jacobe to vuller noghe woll betalet, also dat de vorghenomede Jacob edder sine nakomelinge nummer to ewigen tiden upp sodane ghesinde und lant solen saken edder willen edder jemandes van sinent weghen, he sy geistlick edder wertlick. Des tor tughnisse der warheit hebbe wy umme bede willen unses amptes ingheseghell unden an dessen breff laten hangen, de ghegeven und gheschreven is in Jurgen Butlers hove na der ghebord Crissti dusentveerhundert darna in dem tweundeneghentigessten jare am daghe sunte Agaten der hilligen juncfrowen.(?)
Bemerkungen
DruckDie Familie von Altenbockum stammte aus der Grafschaft Mark und führte den Namenszusatz von Altenbockum vermutlich nach einem Sitz in der Bauerschaft Altenbochum im Kirchspiel Bochum. Mit Dietrich von Altenbockum, Vogt von Kandau 1476-1483 und Komtur von Goldingen 1484-1490, stellte sie erstmals einen Ritterbruder für den Deutschen Orden in Livland. Durch Dietrichs Vermittlung dürfte auch Johann von Altenbockum nach Kurland gekommen sein, für den die vorliegende Urkunde den frühesten Nachweis darstellt. Noch aus demselben Jahr 1492 datiert eine weitere Verkaufurkunde über Ösulschem Besitz an Johann von Altenbockum (Erg. 107). Zu der Familie von Altenbockum vgl. S. Neitmann, Von der Grafschaft Mark nach Livland S. 184-189 u. Fenske/Militzer Nr. 21.