Kurländische Güterurkunden

Güterurkunde, Pilten 1347 (DSHI 190 Kurland IV, 18)
Beispiel für eine Güterurkunde, Pilten 1347
(DSHI 190 Kurland IV, 18)

Die Edition "Kurländischer Güterurkunden" erschließt der Forschung einen zentralen Quellenbestand zur livländischen Geschichte des späten Mittelalters und der Reformationszeit. Sie eröffnet insbesondere zu wirtschafts-, sozial- und bevölkerungsgeschichtlichen Fragestellungen neue Einsichten.

In Kooperation mit Klaus Neitmann (Baltische Historische Komission Göttingen/Potsdam) bearbeitet von Daphne Schadewaldt.

Die auf den ländlichen Grundbesitz im Bereich des späteren Herzogtums Kurland bezogenen "Güterurkunden" - in erster Linie Lehns-, Kauf- und Pfandurkunden, Dokumente über Eheberedungen, Grenzbegehungen, gerichtliche Auseinandersetzungen, Rentengeschäfte u.a.m. - sind bei der Herausgabe des Liv-, Est- und Kurländischen Urkundenbuches ausgespart geblieben, so daß mit ihrer Edition ein bislang weitgehend unbekannter Quellenfundus vorgelegt wird. Der zeitliche Rahmen dieser Edition erstreckt sich vom Jahr der ersten überlieferten Urkunden (1230) bis zum Ende der livländischen Selbständigkeit im Jahr 1561.
Ausgangspunkt der Bearbeitung des von der Marga- und Kurt-Möllgaard-Stiftung, Frankfurt am Main, finanziell geförderten Editionsprojektes, das - mit Unterbrechungen - vom April 1998 bis Ende März 2003 durchgeführt worden ist, war ein in der Dokumentesammlung des Instituts befindliches Manuskript des deutschbaltischen Historikers Albert Bauer, der in den 1930er und 1950er Jahren einschlägiges Quellenmaterial in verschiedenen Archiven zusammengetragen hatte (insgesamt 522 Urkundennummern, davon 381 Stücke mit Text). Diese Dokumente wurden im Rahmen des Projektes anhand der Originale oder von Fotos kollationiert und urkundenkritisch bearbeitet; darüber hinaus wurden in Archiven in Berlin, Riga, Stockholm, Marburg und Kopenhagen zahlreiche weitere Stücke erfaßt und in das Urkundenkorpus eingearbeitet, so daß die Edition knapp 1.100 einschlägige Dokumente umfaßt.

[Datensätze: 1076]

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1 Urkunde

erg0305   
OM. Johann von der Recke transsumiert eine Urkunde des Landmarschalls Heinrich von Galen (Erg. 969) betreffend die Grenzen der Güter des Mattis Huroder an der Spilwe. Wenden, 1549 Okt. 3
Grenzbegehung/Konfirmation Vollregest künftig in Livländische Güterurkunden Bd. 3 Nr. 196. zusatztext Wi Johann von der Recke, meister Duitsches ordens tho Lyflande, doen kundt, bekennen und betuigen in und mit dißem unserm apenen vorsegelden breve vor alß weme, nachdeme twischen dem wirdigen achtbarn unserm leven andechtigen hern landtmarschalck tho Lyflande unsers ordens an einem und dem achtbarn und wohlgelarten unserm leven getruwen Mattis Huroder andern deils etliche scheidingsirrung gewesen, die sie dannumalß up gnedigs begern unsers vorfaren seliger gedechtnuß nach vorgander besichtigung frunttlich vorgelicken vermoge darover upgerichten vordrachts breves, und dieweilen uns gedachter Mattis umb gnedige confirmation solches breves unterdenigst heft bidden laten, hebben wy ehme die billich nicht affschlaen konnen und luidet van worden tho worden wie volgett: {\em Folgt Erg. 969.} Demnach wy mit consente, willen und vulborth unser wirdigen herrn medegebiediger gedachte verdracht in ehren clausulen und articulen confirmeren, bestedigen und bevestigen gemelten Mattis Huroder und allen synen rechten wahren erven gonnendt gevende und vorthan, wath in dersulven sowoll andern unsers vorvaders ehme gegevenen segeln und breven entholden, gegeven und vorlhenet ist worden. In urkundt und mehrer bevestigung der warheit hebben wy Johan, meister obgemelt, unser ingesigell rechtes wetendeß unden an dißen brief laten hangen, die gegeven und geschreven is tho Wenden donnerdags nach Michaelis nach Christi unsers hern geburth vyfteinhundert und darnach im negenundeviertigesten jare.
Überlieferung:
A: Ausf.
Material: Perg.
Archiv: GStAPK, VIII. HA B 24: Sammlung Stavenhagen Urk. Nr. 409