Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen 1944-1947 - Chronologie

22.7.1944 Das von den Kommunisten dominierte und von der Sowjetunion unterstützte Polnische Komitee der Nationalen Befreiung (Polski Komitet Wyzwolenia Narodowego, auch: Lubliner Komitee, PKWN) beansprucht in Polen die Macht

27.7.1944 Das PKWN schließt mit der UdSSR einen Vertrag über die pol­nisch-sowjetische Staatsgrenze ab

1.8.1944 Anerkennung des PKWN durch die sowjetische Regierung

9.9.1944 Umsiedlungsverträge zwischen dem PKWN und den Regierungen der Weißrussischen SSR und der Ukrainischen SSR unterzeichnet

22.9.1944 Umsiedlungsvertrag des PKWN mit der Litauischen SSR unterzeichnet

7.10.1944 Das PKWN schafft das Staatliche Repatriierungsamt (Państwowy Urząd Repatriacyjny); Direktor: Władyslaw Wolski, von April 1945 an Michał Sapieha

6.12.1944 Der erste Trans­port aus der Ukraine bringt Polen aus der Umgebung von Równe nach Zamość

28.12.1944 Das Amt des polnischen Bevollmächtigten in Wilna wird in Betrieb genommen

26.1.1945 Das Politbüro der Kommunistischen Partei Li­tauens entscheidet, polnische Umsiedlungsstellen auch in dem Landesteil zuzulassen, der vor 1939 nicht zu Polen gehört hatte

28.2.1945 Die litauischen Behörden beenden die Registrierung von Interessenten für die Umsiedlung in Wilna

19.3.1945 Die Zentralverwaltung des PUR erlässt eine Instruktion über die Ausgabe von Entschädigungsbescheinigungen, die anstelle von Vermögensbeschrei­bungen als Grundlage der Entschädigung dienen

1.4.1945 Die litauische Regierung entscheidet, die Registrierung von ausreisewilligen Polen in dem Landesteil, der vor 1939 nicht zu Polen gehört hatte, abzubrechen

7. 4.1945 Die weißrussi­sche Regierung beschließt, die Entscheidung über die nationale Zuge­hörigkeit der Ausreisewilligen ge­mischten Sonderkommissionen für die nationale Verifizierung zu übertragen

30.4.1945 Die Zentral­verwaltung des PUR ordnet an, alle Umsiedlertransporte in die West- und Nordgebiete zu schicken

7. 5.1945 Das Staatliche Repatriierungsamt wird auch für die Binnenmigra­tionen in Polen zuständig

22.5.1945 Das Politbüros der weißrussi­schen KP weist die Distrikt- und Gebietskomitees der Partei an, sich in die Prüfung der für eine Ausreise nach Polen Registrierten einzuschalten, um deren Zahl zu beschränken

6.7.1945 Abkommen zwischen der sowjetischen Regierung und der provisorischen Regierung der Nationalen Einheit der Republik Polen über die Repatriierung ehemals polnischer Staatsbürger (Polen und Juden) aus dem Innern der UdSSR

31.8.1945 Das Staatliche Repatriierungsamt unterhält in Polen 259 Etappenpunkte und betreut 141.221 Personen

8.9.1945 Der Landwirtschaftsminister weist die Ämter für die ländlichen Gebiete an, eine Überprüfung der bisherigen Zuweisungen von Landwirtschaften durchzuführen

10.10.1945 Der Minister für Öffentliche Verwaltung bemängelt gegenüber den Wojewo­den von Posen, Pommerellen, Oberschlesien und Danzig unangemessene Einstellungen unter der lokalen Bevölke­rung zu den Ansiedlern und deren mangelnde so­ziale Betreuung

18.10.1945 Die Zentralverwaltung des PUR verbietet jegliche Änderungen an der Fahrtroute der Umsiedlertransporte

13. 11.1945 Das Staatliche Repatriierungsamt wird dem Ministerium für die Wiederge­wonnenen Gebiete eingegliedert

6.6.1946 Der Landwirtschafts­minister empfiehlt, die zur endgültigen Übernahme einer Landwirtschaft nicht berechtigten Bauern bis zur Einbringung der Ernte auf den Höfen zu belassen, wenn sie gut wirt­schaften

15.7.1946 Das Ministerium für die Wiederge­wonnenen Gebiete setzt die Größe der Ansiedlungshöfe in Polen auf 7 bis 15 Hektar fest

Juli 1946 Ende der Massenumsiedlungen polnischer Bürger aus den abgetretenen Ostgebieten (östlich der Curzon-Linie)

16.8.1946 Unterzeichnung des polnisch-sowjetischen Grenzvertrags, der die vom Lubliner Komitee (PKWN) getroffenen Abmachungen bestätigt

1.3.1947 Letzte Frist für die Vorlage von Anträgen auf Entschädigungsbescheinigungen durch die PUR