Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen 1944-1947 - Über das Modul

Bearbeiter: Klaus-Peter Friedrich (Marburg)

Erstveröffentlichung: Juni 2013

Die nationalsozialistische und die sowjetische Politik gegenüber Polen schufen zwischen 1939 und 1945 die Voraussetzungen für die Verschiebung des polnischen Staatsgebiets nach Westen. Dies ging einher mit einer ethnischen Homogenisierung. Sie orientierte sich an der vom britischen Außenminister George Curzon auf der Pariser Friedenskonferenz 1919 als Demarkationslinie zwischen Polen und Russland vorgeschlagenen Grenzlinie. Ende Juli 1944 kam das von Kommunisten dominierte Polnische Komitee der Nationalen Befreiung (Polski Komitet Wyzwolenia Narodowego, PKWN) mit der Regierung der UdSSR überein, die polnisch-sowjetische Staatsgrenze an die so genannte Curzon-Linie zu legen.[1] Dem folgten Entscheidungen über die polnische, ukrainische, weißrussische, litauische und jüdische Bevölkerung beiderseits der neuen Grenzlinie. Im September 1944 schloss das PKWN Umsiedlungsverträge mit den Regierungen der angrenzenden Sowjetrepubliken Weißrussland, Ukraine und Litauen. Sie regelten die Fragen der Umsiedlung der polnischen Bevölkerung nach Westen und die der Weißrussen, Ukrainer und Litauer nach Osten. Zur  Umsiedlung nach Polen berechtigt waren diejenigen Polen und Juden, die bis September 1939 polnische Staatsbürger gewesen waren. Bei der Ausreise durften sie ihre Familien und ihr bewegliches Eigentum mitnehmen. Zuvor hatten sie alle Steuern und sonstigen Abgaben zu entrichten. Der übrige Besitz sollte beschrieben und geschätzt werden und war den Umgesiedelten im Ansiedlungsland zu erstatten. Die in den Verträgen festgeschriebenen Fristen für die Durchführung der Aussiedlungen mussten mehrmals verlängert werden.

Nach den Verträgen vom September 1944 entstanden die Umsiedlungsapparate. Es wurden jeweils Bevollmächtigte auf dem Territorium der anderen Seite und Repräsentanten im eigenen Land berufen und die Ämter der polnischen Hauptbevollmächtigten in Łuck (L’uck) für die Ukrainische SSR, in Baranowicze (Baranavičy) für die Weißrussische SSR und in Wilna (Vilnius) für die Litauische SSR untergebracht. Dort gab es 15 polnische Gebietsvertretungen, in der USSR 18 und in Weißrussland neun.

Auf polnischer Seite unterstand das Gesamtgeschehen dem Hauptbevollmächtigten des PKWN für Evakuierungsangelegenheiten, Władysław Wolski; von August 1945 an firmierte er als Generalbevollmächtigter der Regierung für Repatriierungsangelegenheiten (Generalny Pełnomocnik Rządu do spraw Repatriacji). Die von der Staatlichen Repatriierungsbehörde (PUR) organisierte Ansiedlung gehörte – wie die Umsiedlungen innerhalb des polnischen Staats – ebenfalls zu seinem Geschäftsbereich. Anders, als es der Begriff Repatriierung vorgab, kehrten die Umsiedler nicht in ihre Heimat zurück; die meisten trafen in den neuen West- und Nordgebieten Polens auf ein ihnen fremdes Territorium, in dem noch zahlreiche Deutsche lebten. Auch das Zusammenleben mit Ankömmlingen aus den angrenzenden mittelpolnischen Wojewodschaften, die sich in der Regel schon früher auf den Weg gemacht hatten, erwies sich als problematisch. Viele von ihnen eigneten sich eigenmächtig den Besitz geflohener Deutscher an und versuchten dadurch, sich für eigene Verluste unter dem Besatzungsregime zu entschädigen.

Die in den neuen West- und Nordgebieten eingerichteten Bezirksabteilungen der Repatriierungsbehörde umfassten jeweils etwa ein Dutzend Kreise. Eine wichtige Rolle bei der Durchführung der Umsiedlungen spielten die Etappenpunkte der PUR. Sie verteilten Nahrungsmittel und leisteten materielle Hilfe gleich nach dem Grenzübertritt und betreuten die Umsiedler an den Bahnstrecken, Umladestationen und Zielorten.

Insgesamt gesehen garantierten die Verträge über den Bevölkerungsaustausch nur formal die Freiwilligkeit des Transfers. Faktisch spielten – wie bei anderen Migrationsbewegungen auch – Formen situativen Zwangs von unterschiedlicher Intensität allerorten ihre Rolle. Zudem wurden die Bestimmungen der Verträge aus dem Jahr 1944 durch die jeweiligen Behörden in den einzelnen Sowjetrepubliken unterschiedlich interpretiert. Die untergeordneten Verwaltungsebenen (Distrikt, Bezirk, Dorf), manchmal auch Kolchosen und Unternehmen, hatten einen beträchtlichen Einfluss auf den Ablauf der Umsiedlungen. Lokale Funktionäre neigten zu Willkür und suchten Gelegenheiten, materielle Vorteile zu erlangen. Im Westen der Sowjetukraine folgte die Umsiedlung einem polnisch-ukrainischen Bürgerkrieg in Wolhynien und Ostgalizien. Im Kampf um die Vorherrschaft im Land nach dem sich abzeichnenden Ende der deutschen Besatzung war hier die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) bestrebt gewesen, die Voraussetzungen für einen souveränen ukrainischen Staat zu schaffen. Mit dem Ziel ethnischer Säuberungen veranstaltete die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA), der militärische Arm der OUN, Massaker unter der polnischen Bevölkerung.

Vorbehalte der sowjetischen Behörden weckte die personelle Besetzung der polnischen Dienststellen für die Umsiedlung auf dem Territorium der UdSSR. Hier hatten ehemalige Angehörige der im Januar 1945 aufgelösten Heimatarmee, die der polnischen Exilregierung in London unterstellt gewesen war, eine neue Aufgabe gefunden. Zahlreiche Verhaftungen unter den Polen Anfang 1945 sollten einschüchternd wirken. Die Propaganda der Exilregierung und ihres Untergrunds appellierte an die Polen, an Ort und Stelle zu bleiben. Doch nach der Konferenz von Jalta, der Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit unter Beteiligung der Bauernpartei, und angesichts der weitergehenden Morde an Polen in der Ukraine durch Nationalisten und der Repressalien im Sowjetsystem akzeptierten sie widerwillig die Umsiedlung.

Umstritten war die Anerkennung der polnischen Nationalität von Personen, die ihren Willen bekundeten, nach Polen umgesiedelt zu werden. Die litauischen Behörden gingen mit der Zeit dazu über, ausschließlich die Nationalität bestätigende Eintragungen in litauischen Dokumenten oder in deutschen Dokumenten aus der Besatzungszeit zu respektieren. Die polnischen Stellen verlangten, die ethnische individuelle Selbstbestimmung sowie in strittigen Fällen eine Regelung unter Berücksichtigung der von den Betroffenen benutzten Sprache, ihre Verbundenheit mit der polnischen Kultur anzuerkennen. Die polnische Seite war gegenüber Litauen zudem bestrebt, in den Kreis der zur Ausreise Berechtigten auch jene Polen aufzunehmen, die bis 1940 die litauische Staatsbürgerschaft besessen hatten. Vier Gebietsbevollmächtigte durften 1945 in jenem Landesteil arbeiten, der vor 1939 nicht zu Polen gehört hatte. Bis März 1945 waren bei der Registrierung 129.000 Ausreisewillige Polen festgestellt worden. Daraufhin entschied die litauische Seite, die Registrierung abzubrechen; nur ein kleiner Teil der Registrierten konnte nach Polen ausreisen.

In Wilna ließen sich von den geschätzten 103.000 polnischen Einwohnern nahezu alle registrieren, außerhalb der Stadt waren es bis Mitte März nicht einmal 60.000 Personen. Nach mehrmaliger Fristverlängerung dauerte die Registrierung bis Juni 1946. Sie umfasste 382.000 Personen. Von den insgesamt rund 200.000 Umgesiedelten aus der Litauischen SSR waren 90 Prozent Polen und 8,6 Prozent Juden. Über die Hälfte der Umsiedler stellten Einwohner Wilnas. Aus Mangel an Transportfahrzeugen wurde die Ausfuhr von großem Umsiedlergepäck beschränkt. Möbel unterlagen auf den Bahnstationen oft der Beschlagnahme. Aus der Landbevölkerung blieben über 250.000 zurück, denn die sowjetische Seite versuchte, den Exodus der Landbevölkerung zu begrenzen.

Die Behörden der Ukrainischen SSR drängten darauf, die Umsiedlung so schnell wie möglich durchzuführen. Sie wollten durch die Aussiedlung der Polen wahrscheinlich auch den polnisch-ukrainischen Konflikt rasch beenden, der in Ostgalizien noch andauerte. Doch entsprach dies nicht den realen Möglichkeiten in dem kriegszerstörten Land, und so wurden die Registrierungsfristen auch in den westlichen Bezirken der USSR mehrmals verlängert. Veranschlagte die ukrainische Seite die Bevölkerungszahl, die der Umsiedlung nach Polen unterlag, im November 1944 auf rund 486.000 Personen, so ließen sich bis zum 1. November 1945 gemäß polnischen Angaben annähernd 535.000 Personen oder drei Viertel der damals für die Ausreise Registrierten umsiedeln. Bis September 1946 stieg deren Zahl auf 860.000 Personen an, von denen 790.000 bereits nach Polen ausgereist waren. In der Ukraine umfasste die Umsiedlung den höchsten Prozentsatz jener Bevölkerung, die der Vertrag vom September 1944 betraf. Die Umsiedler aus den westlichen Bezirken der Ukrainischen SSR stellten fast 63 Prozent aller Umsiedler aus den polnischen Ostgebieten. Über 58 Prozent der Umsiedler aus der Ukraine waren Leute, die bisher auf dem Land gelebt hatten.

In der Weißrussischen SSR ließen sich bis zum 10. Februar 1945 nur 106.000 Personen registrieren, bis April 1945 waren es 384.000 Personen. Es reisten jedoch nicht einmal 40.000 Personen nach Polen aus. Ähnlich wie seinerzeit in Litauen und der Ukraine waren die Umsiedlungsbestrebungen unter der polnischen Bevölkerung in der Anfangsphase der Registrierung gering. Aus den Bezirken Wołkowysk und Brest wurde der höchste Prozentsatz an Registrierten umgesiedelt (über zwei Drittel), aus den vier Bezirken mit der größten Zahl an Registrierten weniger als ein Viertel.

Die weißrussische Seite war der Auffassung, dass die Polen in diesem Gebiet nur eine kleine Gruppe von Kolonisatoren gewesen waren, während es sich bei der großen Mehrheit derer, die ihre Bande mit dem Polentum bekundeten, tatsächlich um Weißrussen handele, die auf Betreiben des katholischen Klerus und polnischer Nationalisten polonisiert worden seien. In Weißrussland war die Zahl der zur Ausreise Registrierten um 200.000 bis 300.000 Personen geringer als die Zahl der vor dem Krieg und in der Anfangsphase der Umsiedlungsaktion als polnisch erachteten Bevölkerung. Als der Wunsch zur Ausreise massenhafte Dimensionen annahm, setzten Gegenmaßnahmen der weißrussischen Behörden ein, was viele Menschen davon abhielt, ihre Ausreise zu betreiben. Bis zum Ende der Tätigkeit der Umsiedlungsstellen wurden rund 530.000 Polen registriert. Nach Polen reisten dagegen bis Mitte Juli 1946 nur 231.152 Personen aus. Bis 1947 wurden 274.163 Personen aus Weißrussland umgesiedelt. Die Landbevölkerung stellte hier rund drei Viertel der Umsiedler.

Es fällt heute schwer, die quantitativen Verhältnisse zwischen jenen Abläufen zu bewerten, die sich innerhalb der Grenzen des erwarteten Standards bewegten – und folglich in amtlichen Dokumenten keinen Widerhall fanden oder sich darin nur schwach widerspiegelten – und jenen „anomalen“. Die Umsiedlertransporte wurden gewöhnlich auf der Höhe des Breitenkreises von Ost nach West geschickt. Die Umgesiedelten selber wussten im Allgemeinen nur so viel, dass sie nach Polen fahren würden, und sie erfuhren üblicherweise erst auf der Reise den für ihre Ansiedlung vorgesehenen Ort. Die Polen waren gezwungen, bei der Registrierung ihr Gepäck mitzunehmen oder auch für das Überschreiten der Grenze Bestechungsgelder zu zahlen. Hauptursachen für die manchmal unmenschlichen Bedingungen der Umsiedlung waren der Mangel an einer ausreichenden Zahl an Transportfahrzeugen, an Nahrungsmitteln sowie an Maßnahmen und Vorrichtungen zur Hygiene. Wenn sie an einem Etappenpunkt eintrafen, harrten der Umsiedler dort im Allgemeinen schwer erträgliche Tage des Abwartens, in der Regel unter schlechten sanitären Bedingungen und bei unzureichender Lebensmittelversorgung. Doch gab es eine Reihe von Punkten der PUR, die unter den herrschenden Bedingungen einwandfrei funktionierten und über deren Tätigkeit es keine Klagen gab.

Das Hauptreservoir an Land in den Gebieten, die schon vor 1939 zum polnischen Staatsgebiet gehört hatten, waren ehemals deutsche Höfe und solche, die von Personen zurückgelassen wurden, die sich für die Umsiedlung in die UdSSR entschieden hatten. Vor allem aus dem Südosten des heutigen polnischen Staatsgebiets wurden Ukrainer, aus dem Nordosten Weißrussen und eine kleinere Zahl von Litauern aufgrund der 1944 abgeschlossenen Verträge über den Bevölkerungsaustausch in die jeweiligen sowjetischen Republiken umgesiedelt.

Die Umsiedler aus dem Osten nach Polen (einschließlich der Repatrianten aus dem Inneren der UdSSR) übernahmen rund 21 Prozent der 21.135 der früher deutschen Landwirtschaften. Der weit überwiegende Teil der Umsiedler gelangte in die ehemals deutschen (sog. Wiedergewonnenen) Gebiete, wo sich bis Ende 1947 121.846 Umsiedler aus Litauen, 247.936 aus Weißrussland und 612.405 aus der Ukraine niederließen.

Die Dimensionen der von der polnischen Gesellschaft durch die Umsiedlung erlittenen Verluste lassen sich heute schwer genauer bestimmen. Ermöglichte die Freimachung der neuen West- und Nordgebiete Polens vom Großteil ihrer Bevölkerung eine ungefähre wertmäßige Entschädigung für das, was man zurückgelassen hatte, so konnten polnische Kulturgüter nur teilweise nach Westen transferiert werden. Was jenseits der Grenze verblieb, unterlag der sowjetischen Version einer Ukrainisierung, Weißrussifizierung und Litauisierung von Zeugnissen des Kulturerbes.

Die wissenschaftliche und die Erinnerungsliteratur über die Zwangsmigrationen zwischen 1939 und 1948 haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark ausdifferenziert. Monografien zeichneten mittels Zugang zu den einschlägigen Archiven das Geschehen nach und Synthesen versuchten sich an der vergleichenden Zusammenschau zeitlich und räumlich getrennter Geschehnisse (unter dem Einfluss – und manchmal unter Einschluss – der ethnischen Säuberungen in den Nachfolgestaaten Jugoslawiens). Immer neue Bevölkerungsgruppen aus den hier betroffenen Ländern fanden Beachtung bzw. meldeten sich zu Wort. Dieser Prozess einer intensiven Auseinandersetzung mit den Irrungen des Nationalismus in Europa setzt sich bis heute fort, zumal die Materialien in sowjetischen Archiven in die Forschung bislang nicht hinreichend einbezogen werden konnten.

Die Textquellen

Die Dokumente dieses Moduls sind sämtlich der Sammlung „Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen in den Jahren 1944-1947“ entnommen.[2] Sie bieten eine in etwa repräsentative Auswahl der 225 Texte des Quellenbands. Allerdings liegt der zeitliche Schwerpunkt hier noch stärker auf  der Anfangs- und Frühphase bis zu der Zeit, als sich der Ablauf von Aus- und Ansiedlung eingespielt hatte (37 Dokumente aus den Jahren 1944/45). Sie berücksichtigt gleichermaßen Quellen aus den Sowjetrepubliken Weißrussland, Ukraine und Litauen, die jeweils wiederum verschiedenen Orten und Kreisen entstammen. Neben den überwiegenden amtlichen Schriftstücken und internen Verwaltungsakten, die das Umsiedlungsgeschehen regelten und spiegelten, wurde auch eine Reihe von Aussagen von Betroffenen ausgewählt, die sich aus ihrer persönlichen Erfahrung über einzelne Missstände beschwerten.

Grundlegende Dokumente für die Ingangsetzung der Umsiedlung sind Anweisungen und vertraglichen Vereinbarungen. Die Umsiedlungsverträge zwischen Polen und den drei Sowjetrepubliken hatten weitgehend gleichen Wortlaut, sodass es sich erübrigt, hier alle zu veröffentlichen.

Das Gros der Dokumente hat den Verlauf der Umsiedlung in den Sowjetrepubliken zum Thema. Die Überlieferung verschiedener Behörden und Ebenen von Regierung und Verwaltung, insbesondere des Umsiedlungsapparats zeigt die wesentlichen Probleme und Konfliktlagen bei der Aussiedlung auf.

Über ein Drittel der Dokumente betreffen Ankunft und Ansiedlung in Polen. Sie verdeutlichen zum einen das Geschehen an den Bahnstrecken und Verteilungspunkten, zum anderen die Konflikte, die sich bei der Niederlassung am neuen Wohnort in Großpolen, Pommerellen, Niederschlesien und Ostpreußen ergeben konnten.

Daneben befinden sich Erlebnisberichte von Umsiedlern unter den Dokumenten. Die Schilderungen betreffen den Verlauf der Umsiedlung, die Probleme bei der Eingewöhnung in das neue Umfeld in den meist niederschlesischen Kleinstädten sowie Besuche der verlassenen Heimat nach einigen Jahrzehnten.

Die Materialien

Die Materialien dienen der Veranschaulichung und umfassen daher amtliche Bescheinigungen, Fragebogen, Fotografien, statistische Zusammenstellungen und Karten. Sie sind zeitgenössischen Atlanten und statistischen Jahrbüchern sowie neueren Veröffentlichungen entnommen. Etwa ein Drittel betrifft das Jahr 1945, einige fassen das Resultat der Umsiedlung für mehrere Jahre zusammen.

Es gibt private Bescheinigungen, die im Zusammenhang mit der Aussiedlung aus den Sowjetrepubliken ausgegeben wurden. Daran schließen sich Listen und Zahlenaufstellungen über den Verlauf der Umsiedlung aus den Sowjetrepubliken an. Sie ermöglichen es, Intensität und Dynamik des Umsiedlungsgeschehens in unterschiedlichen Gebieten zu folgen. Diesem Zweck dient auch der zweite Hauptteil mit Statistiken und Karten zur Ansiedlung in Polen. Reise und Ankunft veranschaulichen sich in raren Privatfotos aus jenen Tagen.


[1] Für die damit verloren gehenden Ostgebiete wurde Polen mit Einverständnis der amerikanischen und der britischen Regierung durch Verlegung seiner Westgrenze an die Oder und Lausitzer Neiße entschädigt; ein Modul zu „Flucht, Vertreibung und Aussiedlung der Deutschen aus Polen (1945-1950)“ ist in Bearbeitung.

[2] Umsiedlung der Polen aus den ehemaligen polnischen Ostgebieten nach Polen in den Jahren 1944-1947. Ausgewählte Dokumente, hrsg. v. Stanisław Ciesielski, Marburg 2006. Somit besteht bei Bedarf die Möglichkeit, unterschiedliche Aspekte anhand der hier veröffentlichten Dokumente zu vertiefen.