Während des Zweiten Weltkrieges kamen rund 700.000 Einwohner der Stadt Warschau ums Leben. Fast die gesamte jüdische Bevölkerung wurde ermordet. 1945 war Warschau eine nahezu menschenleere und zerstörte Stadt. Die gezeigten Fotografien entstammen der Wahrnehmung durch das „Objektiv des Feindes,“ nämlich jenes der Propaganda-Kompanien der Wehrmacht und der Waffen-SS.
Durch die Linse der deutschen Kriegsberichterstatter wird eine propagandistische Sichtweise auf die besetzte Stadt und ihre Bewohner gezeigt: der Septemberfeldzug, die Zerstörungen, die Repressionen gegen die Bevölkerung Warschaus
, der Alltag in der besetzten Stadt und im Warschauer Ghetto bis zu dessen Vernichtung nach dem Ghetto-Aufstand (April-Mai 1943), schließlich der Warschauer Aufstand (August-Oktober 1944) und die totale Zerstörung der Stadt zwischen Oktober 1944 und Januar 1945.
Zum Gedenken an den 70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen wurde die zweisprachige Wanderausstellung im Herbst 2009 im Herder-Institut gezeigt, die zuvor nur in Warschau, Berlin und Koblenz zu sehen war. Anlässlich der Ausstellungseröffnung fand ein wissenschaftliches Kolloquium statt.
Prof. Dr. Peter Haslinger während der Ausstellungseröffnung im Herder-Institut 2009. Wolfgang Schekanski / Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Rechte vorbehalten - freier Zugang
Prof. dr hab. Eugeniusz Cezary Król während der Ausstellungseröffnung im Herder-Institut 2009. Wolfgang Schekanski / Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Rechte vorbehalten - freier Zugang
Besuchende der Ausstellung im Herder-Institut 2009. Wolfgang Schekanski / Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft, Rechte vorbehalten - freier Zugang
Begleitend zur Ausstellung wurde ein umfangreicher, reich bebilderter Katalog mit Textbeiträgen polnischer und deutscher Wissenschaftler:innen veröffentlicht:
Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król (Hrsg.), Im Objektiv des Feindes. Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau (1939–1945), Warschau 2009, Verlag Rytm/Haus der Begegnungen mit der Geschichte, ca. 400 Seiten.
Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król (Hrsg.), Im Objektiv des Feindes. Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau (1939–1945), Warschau 2009, Verlag Rytm/Haus der Begegnungen mit der Geschichte, ca. 400 Seiten.
Eine Ausstellung des Hauses der Begegnungen mit der Geschichte in Warschau (Kultureinrichtung der Stadt Warschau) in Zusammenarbeit mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften und dem Herder-Institut in Marburg, dem Bundesarchiv in Koblenz sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Bildagentur bpk und dem Museum Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Unter der Schirmherrschaft der Stadtpräsidentin der Stadt Warschau und des Regierenden Bürgermeisters der Stadt Berlin.
Im Objektiv des Feindes. Plakat zur Präsentation der Ausstellung im Herder-Institut im Jahr 2009. Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, CC BY-NC-SA 4.0