Forschungsprojekt
Abgeschlossen
Lemberg sichern. Kommunalpolitik in einer multiethnischen Stadt der Habsburgermonarchie
Laufzeit
2014 - 2018
In dem Forschungsvorhaben wurde die Verwaltungsgeschichte der galizischen Hauptstadt Lemberg von 1772 bis 1914 untersucht, da in der städtischen Verwaltung die Grundlagen für die Entwicklung von einer im Zerfall begriffenen Stadt zu einer multikonfessionellen und -ethnischen Metropole gesehen werden. Ziel war es, eine integrale Stadtgeschichte Lembergs aus Perspektive der städtischen Verwaltung zu verfassen. Über die reine Verwaltungsgeschichte hinausgehend, wurden daher Aspekte des kommunalen Zusammenlebens verschiedener Konfessionen und Ethnien in ihren organisatorischen, d.h. rechtlich-administrativen Grundlagen erforscht.
Der Fokus wird auf das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts gelegt, weil in dieser Phase drei grundlegende Entwicklungen aufeinander stießen, die wesentlich für die Fragestellung des Projektes sind: Neben dem Erreichen der Autonomie wurden angesichts der sozialen, hygienischen und infrastrukturellen Herausforderungen notwendige Modernisierungen durchgeführt und die städtische, nun polonisierte Verwaltung vor die politischen und kulturellen Herausforderungen der sich verstärkt entwickelnden nationalen Bewegungen (auf städtischer Ebene wurde dies im Schulwesen am deutlichsten) gestellt. Erst durch diese zusammenlaufenden Tendenzen, so die grundlegende Prämisse des Projektes, wurden die entscheidenden Impulse für die Stadtentwicklung gelegt.
Theater in Lemberg, Postkarte um 1915. Bildarchiv Herder-Institut, Inv.-Nr. 191634, Rechte vorbehalten - freier Zugang