Infrastrukturprojekt
Abgeschlossen

Historisch-topographischer Atlas schlesischer Städte

Laufzeit
2008 - 2018
Viele Städte Ostmitteleuropas sind seit der Neuzeit von tiefgreifenden Veränderungsprozessen geprägt. Diese umfassen Industrialisierung und Verkehrsrevolution seit dem 19. Jahrhundert, Krieg, Zerstörung und vielfältige Migration in der Mitte des 20. Jahrhunderts bis hin zu Wiederaufbau und Umbau seit 1945 und 1990. Am Beispiel von Städten in Schlesien fokussiert der Atlas ausgewählte Fallbeispiele.
 
Das Atlasprojekt verfolgt zwei Ziele: Zum einen stellt der Atlas Zeitreihen topografischer Karten im Maßstab 1:25.000 vom frühen 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart bereit. Diese Zeitreihen ermöglichen eine vergleichende Betrachtung der Stadtentwicklung über etwa 200 Jahre hinweg, etwa zum Ausbau von Wohnvierteln, zur Ansiedlung von Gewerbe und dem Ausbau von Infrastruktur. Zum anderen strebt der Atlas danach, anhand kartografischer Quellen für die vielfältigen Facetten von Stadtgeschichte zu sensibilisieren und dabei die Reichweiten aber auch Grenzen von Karten als historisch-geografische Quelle zu hinterfragen.
Im Rahmen der Startphase des Städteatlas sind von fünf schlesischen Städten gedruckte Atlas-Bände entstanden, und zwar:
Görlitz / Zgorzelec (2010), deutsch/polnisch,
Opole / Oppeln (2011), polnisch/deutsch,
Węgliniec / Kohlfurt (2012), polnisch/deutsch,
Nowa Sól / Neusalz (2013), polnisch/deutsch,
Wrocław / Breslau (2016), deutsch, polnisch und englisch
Neben den gedruckten Bänden erarbeitet das Herder-Institut eine Online-Anwendung, die auswählten Karten und Texte zur Geschichte schlesischer Städte bereithält.
POSTER
Ergänzend zum Atlasband von Wrocław / Breslau wurde eine Montage aus 27 Senkrechtluftaufnahmen von Breslau im Jahr 1944 als Poster veröffentlicht. Die Aufnahmen geben nicht nur einen faszinierenden Überblick über die Stadt. Sie ermöglichen auch eine kritische Betrachtung von Stadtplänen. In vielen Karten, besonders während des Zweiten Weltkriegs, wurden Rüstungsbetriebe oder strategisch wichtige Infrastrukturen nicht dargestellt. Die Rückseite des Posters zeigt Beispiele solcher Karten und liefert Erläuterungen. Tracing Silence on Maps / Kartografische Leerstellen, englisch/deutsch.