Viele Gesichter von Populismus: Formen und Dynamiken populistischer Bewegungen in historischer Perspektive
Veranstaltet vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa (BKGE) und dem Verband der Osteuropahistorikerinnen und -historiker (Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa)
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Wo
| Wo: | Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa, 26127 Oldenburg |
Inhalt
Der politische Aufstieg autoritärer populistischer Regime gefährdet die Demokratien in verschiedenen Teilen der Welt. Neben der Propagierung traditioneller Werte und Lebensformen (z.B. durch die inzwischen international sichtbaren „Tradwifes“) haben populistische Bewegungen mit rassistischen, fremdenfeindlichen und anti-gender Ideen zur politischen Mobilisierung auch der " Mitte“ geführt. Die Zustimmung gewichtiger Teile der Öffentlichkeit ist das Ergebnis eines komplexen Prozesses politischer Mobilisierung, der von Polarisierung und Krisen und von der Ausgrenzung ethnischer, religiöser und sexueller Minderheiten lebt. Gerade der Rechtspopulismus spricht das Bedürfnis an, das „authentische Selbst” wiederherzustellen, das durch die feindselige Einmischung eines imaginären kulturellen „Anderen“ verloren gegangen sei.
Ausgehend von diesen aktuellen Beobachtungen möchte der Workshop historische und zeithistorische Formen von Populismus im östlichen Europa und historische Kontinuitäten und Wurzeln populistische Bewegungen vom späten 19. Jahrhundert bis ins frühe 21. Jahrhundert diskutieren. Willkommen sind Vorträge zu allen Staaten des östlichen Europa.
Es werden folgende Themen adressiert:
- Rassismus als Mittel zur Exklusion, Agitation gegen nationale Minderheiten (z.B. deutscher Minderheiten) und Antisemitismus;
- Rückbesinnung auf ‚nationale‘ Werte in autoritären Regimen und ihre Propagierung, Agrarismus als besondere Form von Populismus;
- Einschränkung von Frauenrechten, Anti-Gender-Politiken in historischer Perspektive;
- „Progressivismus“ als Feindbild, Verschwörungstheorien, Desinformation als Mittel populistischer Politik.
Kontakt: Heidi Hein-Kircher, Martin-Opitz-Bibliothek Herne & Ruhr-Universität Bochum (heidi.hein-kircher@rub.de)