Doppelpanel: Shaping Identities: Actors, Communities, and Narratives
Im Sinne des diesjährigen thematischen Schwerpunktes der AABS Conference wird das Doppelpanel mit jeweils vier Beiträgen das Sammeln in Diaspora und Exil als soziale, kommunikative und symbolische Praxis wie auch als Grundlage für Diaspora-Sammlungen in Gedächtnis-Einrichtungen reflektieren.
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Wo
| Wo: | University of Illinois |
| Was: | AABS 2026 |
Doppelpanel
Im ersten Panel wird die Identitätsbildung in der Diaspora selbst durch Akteure, Exil-Communities und ihre Medien im Zentrum stehen. Ausgangspunkt bildet der Sammler Jānis Krēsliņš Senior, dessen umfangreiche New Yorker Sammlung 2024/25 durch das Herder-Institut übernommen worden ist. Seine Sammeltätigkeit in New York und sein Wirken in der exillettischen Community wird kontrastiert mit dem Wirken Adolf Eichlers, einem Protagonisten der Konstruktion einer deutschen Diaspora in Mittel- und Osteuropa. Seine Sammlung ist heute Bestandteil des Archivs der Deutschen aus Mittelpolen und Wolhynien in der Martin-Opitz-Bibliothek in Herne. Zudem werden identitätsstiftende Narrative und Kanonbildung in besonderem Maße diskutiert, indem Kunstgeschichtsschreibung und Exilpresse kritisch betrachtet werden.
Die Vorträge wollen damit eine Grundlage für eine Diskussion legen, wie Gedächtnisinstitutionen im Lichte der Critial Archival Studies Diaspora-Sammlungen bewahren, kuratieren und der Öffentlichkeit zugänglich machen können.
Shaping Identities I: Actors, Communities, and Narratives
Chair: Simon Donig
Jürgen Warmbrunn: Collecting in exile „never having left Latvia“—Jānis Krēsliņš Senior and his collection
Heidi Hein-Kircher: Shaping the Diaspora: Adolf Eichlers Acitivites to Construct and Foster German Group Before and During World War I
Triin Metsla: National romantic art history writing in exile. The national art canon in
the first wave of exile in Germany (1944–1950)
Dinara Gagarina, Timur Mitrofanov: Voices Across Borders: Analyzing Public Discourse in the Latvian Emigration Press
Im zweiten Teil des Panels „Shaping Identities“ stehen die Diaspora-Sammlungen selbst und ihre Übernahme in Gedächtniseinrichtungen im Zentrum. Sowohl am Beispiel des Balzekas Museum of Lithuanian Culture in Chicago als auch am Beispiel der Diaspora-Sammlungen des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung, etwa der Sammlung des Exilletten Jānis Krēsliņš Senior oder des Exillitauers Povilas Reklaitis, soll insbesondere der Frage nachgegangen werden, vor welche Herausforderungen sich Gedächtniseinrichtungen mit der Übernahme, Kuratierung und dem Zugänglichmachen gestellt sehen und welche Lösungen sie hierfür finden. Das Panel wird sich insbesondere den diesbezüglichen Visionen widmen. So soll beispielsweise der Frage nachgegangen werden, wie die kuratorische Praxis in Museen, Bibliotheken oder Archiven zu jenen Gruppen geöffnet werden kann, die von den zu kuratierenden Objekten und dem damit geschaffenen Wissen betroffen sind und wie kollaborative Praktiken umgesetzt werden können. Kollaborative Praktiken betreffen dabei sowohl das Sammeln als auch die Kuratierung der Sammlungen selbst. Vor dem Hintergrund der Konkretisierung des Semantic Web, der Diskussion um Collections as Data und der Entwicklung der KI will das Panel analoge und digitale Beteiligungsmodelle diskutieren.
So ermöglicht es der technologische Umbruch der letzten Jahre Gedächtniseinrichtungen, über den gesamten Datenlebenszyklus hinweg neue Wege des niederschwelligen Zugangs und der Beteiligung verschiedenster Gruppen – von Bürgerwissenschaftlern bis hin zu Forschenden - zu ermöglichen.
Shaping Identities II: New Approaches to Diaspora Collections
Chair: Heidi Hein-Kircher
Lea Garcia: The role of community objects in diaspora exhibitions
Jürgen Warmbrunn: From the Bronx to the Marburg Castle Hill: the collection of Jānis Krēsliņš Senior in the Herder Institute
Agnese Bergholde-Wolf: Diaspora-Sammlungen im Dialog: Quelle für eine Geschichte der baltischen Exilkunst
Simon Donig: Collections and Archives as Contact Zones: Designing for Participation and Plurality in Cultural Data