Eine Reise durch Polesiens Atomstädte

Als ich Kiew verlasse, regnet es in Strömen. Der Minibus fährt sieben lange Stunden durch zahllose Wälder und Felder, die Polesien seinen Namen geben. Einige Passagiere schlafen, andere schauen schweigend eine russische Fernsehserie auf dem Busbildschirm. Plötzlich hört der Regen auf, aus dem Nebel tauchen blaue Holzkruzifixe auf, die mit bunten Ruschniki geschmückt sind und an Straßenkreuzungen stehen. Gleich danach sehe ich riesige, dampfende AKW-Kühlturme am Horizont, die mir in dieser Bilderbuchlandschaft wie außerirdische Raumschiffe vorkommen.

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Eine Reise in die Zakarpats’ka Oblast’

Schon der Klang auf den Straßen der Stadt und den Fluren des Archivs lässt mich aufhorchen, denn hier spricht man überwiegend ungarisch. Auch die Uhren laufen anders, denn obwohl in der Ukraine nicht die Mitteleuropäische Zeit gilt, denkt und agiert die ungarische Minderheit in Beregszász (so der ungarische Name der Stadt) nicht nach „Kiewer“, sondern nach „Budapester Zeit“. Nach dieser ist folglich auch die Uhr im Lesesaal des Archivs gestellt. Unterschiedliche Zeitzonen beeinträchtigten den Archivbetrieb jedoch keineswegs.

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