Ausstellung „Adeliges Leben im Baltikum – Herrenhäuser in Estland und Lettland“

Im sonnigen Schlosshof des frühbarocken Schlosses Caputh an der Havel fanden sich am 18. Mai zahlreiche Besucherinnen und Besucher ein. In einem festlich musikalischen Rahmen wurde bei sommerlichen Temperaturen unter freiem Himmel eine Ausstellung eröffnet. Ihr Gegenstand passend zum Ausstellungsort das „Adelige Leben im Baltikum – Herrenhäuser in Estland und Lettland“. Doch ist es nicht nur das herrschaftliche Ambiente allein, das Caputh mit den baltischen Herrenäusern verbindet und es zu einem geeigneten Ort für die 16 Tafeln umfassende Präsentation macht.

Dietmar Popp eröffnet die Ausstellung vor Schloss Caputh
Dietmar Popp eröffnet die Ausstellung vor Schloss Caputh

Im 17. und 18. Jahrhundert bestanden engste familiäre Verbindungen zwischen Brandenburg und Kurland. Prinzessinnen aus Brandenburg, so auch die jüngste Tochter des Erbauers von Schloss Caputh, waren mit Herzögen von Kurland verheiratet. Diese verwandtschaftlichen Beziehungen reichten bis zum russischen Zarenhaus. So trifft es sich gut, dass die vom Herder-Institut in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa erstellte Wanderausstellung an einem auch für das Baltikum geschichtsträchtigen Ort gezeigt werden kann.

Agnese Bergholde-Wolf (links) und Claudia Tutsch (rechts)
Agnese Bergholde-Wolf (links) und Claudia Tutsch (rechts)

Die neue Ausstellung entstand aus der in den letzten Jahren im Herder-Institut intensivierten Beschäftigung mit den baltischen Herrenhäusern an Hand ihrer historischen wie aktuellen Fotodokumentation. Die Ausstellung richtet sich auf Deutsch und Englisch an ein breites Publikum und stellt dabei die (historischen) Bild- und Schriftzeugnisse aus den Beständen des Herder-Instituts in den Mittelpunkt. Der Reichtum und die Vielfalt der historischen Materialien macht es möglich nicht nur die stilgeschichtliche Entwicklung des baltischen Landsitzes nachzuzeichnen. Genauso fesselnd sind die Einblicke in das alltägliche Geschehen und Leben auf den baltischen Gutshöfen, die sie freigeben.

Mit den Nutzerinnen und Nutzern dieser unikalen Quellen erwächst so manches Mal eine fruchtbare Zusammenarbeit. So auch jüngst mit dem Fotografen Thomas Helms und seiner Frau, der Architekturhistorikerin und Denkmalpflegerin Prof. Sabine Bock. Seit drei Jahrzehnten ist das Paar in der Erforschung und fotografischen Dokumentation von Herren- und Gutshäusern im Ostseeraum tätig. Einige ihrer Aufnahmen sind auch in der Ausstellung zu sehen. Darüber hinaus entsteht im Herder-Institut sukzessive eine Sammlung Helms, die diesen Austausch krönt. Der angewachsene Bestand an Bildquellen zum Themenkreis deutschbaltischer Bau- und Lebenskultur im Herder-Institut eröffnet in quantitativer wie in qualitativer Hinsicht neue Perspektiven für die Erforschung der Geschichte des Baltikums.

Das Arbeitszimmer von Georg von Gersdorff im Herrenhaus Daugeln/ Dauguli. Das Foto ist archiviert im Herder-Institut mit der Inventarnummer 149067.
Arbeitszimmer Georg von Gersdorff´s im Herrenhaus Daugeln /Dauguļi. Foto: zwischen 1907-1919, Herder-Institut, Marburg. Bildarchiv, Inv.-Nr. 149067. Mit freundlicher Genehmigung der Eigentümer.

Umrahmt wird die erste Etappe der Ausstellung in Caputh vom 18. Mai bis 28. Juli von einem Begleitprogramm mit Vorträgen im Mai und Juni im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte in Potsdam. Die im Herder-Institut gut bekannten Referenten Frau Prof. Sabine Bock und Julian Windmöller M.A. sowie die Ausstellungskuratorin thematisieren in ihren Vorträgen mal überblicksartig mal in Nahsicht verschiedene Aspekte der (Bau-) Geschichte der deutschbaltischen Gutshöfe und ihrer Bewohner.

Haben Sie heute schon ein baltisches Gutshaus besichtigt?
Den Wegweiser finden Sie hier.


Agnese Bergholde-Wolf


Ausstellungstermine

19.05.2019 – 28.07.2019, Schloss Caputh, Straße der Einheit 2, 14548 Schwielowsee

22.08.2019 – 30.09.2019, Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung, Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg

Titelbild: Schloss Elley/ Eleja. Foto: Herder-Institut, Marburg. Bildarchiv, Inv.Nr. 229446a. Heute nur Ruinen übrig.

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