Workshop Historische Netzwerkanalyse: Wie visualisiert man Forschungsdaten?

Die Frage nach Visualisierungsmöglichkeiten für Forschungsdaten stellten sich die Teilnehmer des Workshops „Data Collection and Visualization of Networks in History and Culture“, der vom 15. bis 16. November 2017 stattfand. Organisiert wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Katharina Stornig vom International Graduate Center for the Study of Culture (GCSC), Dr. Elke Bauer (Digitale Geschichte und IT) und Dr. Victoria Harms (Wissenschaftsforum, Leibniz Graduate School) vom Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung in Kooperation mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI).

Der Referent: Dr. Martin Stark
Dr. Martin Stark

Der Workshop gliederte sich in zwei Veranstaltungen und fand teilweise am GCSC in Gießen und am Herder-Institut in Marburg statt. Dem eigentlichen Workshop ging ein Vortrag des Referenten Dr. Martin Stark im Oberseminar des Fachbereichs Neuere und Neueste Geschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen voran, in dem dieser seine Forschungsarbeit unter dem Titel „Historical Network Research. The case of a rural credit market in the 19th century“ vorstellte.

Poster Historical Network Research

Bei dem Vortrag ging es um den Einsatz von Netzwerkanalyse im Rahmen von Beziehungen zwischen Schuldnern und Gläubigern in einem kleinen Ort in Süddeutschland im 19. Jahrhundert. Anhand der aufgezeigten Forschungsleistung von Herrn Dr. Stark wurde schnell klar, wie komplex und arbeitsaufwendig das Thema Datenvisualisierung sein kann.

Unterschiedliche Visualisierungstools vorgestellt

Der sich anschließende Workshop bot dann den Teilnehmern Gelegenheit, verschiedene Tools zur Visualisierung von Forschungsdaten kennenzulernen und auch selbst aktiv zu werden. Die Möglichkeiten einzelner Tools variieren, wie die Teilnehmer durch Ausprobieren der Programme VennMaker und Palladio feststellen konnten.

Durch Eingabe der eigenen historischen Forschungsdaten oder dem Bearbeiten von beispielhaften Aufgabenstellungen konnten die Teilnehmer detaillierte Einblicke gewinnen und ihre Schwerpunkte bei der Datenvisualisierung selbst festlegen. Das praxisnahe Arbeiten gab jedem Teilnehmer die Gelegenheit selbst einzuschätzen, ob die vorgestellten Methoden der historischen Netzwerkanalyse auch für die eigenen Forschungsprojekte interessant sein könnten.

Teilnehmende des Workshops erproben die Tools
Teilnehmende des Workshops erproben die Tools
Digital history – das neue Buzzword
Digital history ist das neue Buzzword in den Geschichtswissenschaften. Die wenigsten Studierenden werden aber digital, also im Umgang mit digital tools oder in der Software und Datenbankentwicklung, ausgebildet. Diesem Manko wollten wir mit dem Workshop beikommen und Doktoranden sowie wissenschaftlichen und technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Hemmungen nehmen, es einfach mal zu versuchen. (Dr. Victoria Harms)

Der Workshop richtete sich hauptsächlich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HI sowie Mitglieder des GCSC an der JLU. Auch einige externe Gäste waren hinzugekommen.

Viola Schrader M.A., Stephanie Palek M.A.

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