Silvija Ģibiete, Lāsma Ģibiete: Die auf ewig verlorene Heimat. Die Zwangsumsiedlung der Deutschbalten aus Lettland 1939-1941

Auch mehr als 70 Jahre nach den Ereignissen des Herbst und Winter 1939/40 ist die Diskussion unter Letten über die historische Einordnung, die Ursachen, den Verlauf und die Folgen der Umsiedlung der Deutschbalten aus Lettland (und Estland) umstritten. Diskutiert werden vor allem das deutsch-lettische Verhältnis, das den Geschehnissen voraus ging, der Anteil der lettischen Politik an dem ersten großen Bevölkerungsverlust zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und die Verknüpfung der Umsiedlung mit den folgenden Entwicklungen unter sowjetischer und deutscher Besatzung. Auch die Frage des Stellenwerts des deutschbaltischen kulturellen Erbes wird angesprochen. An dieser Stelle werden drei jüngere lettische Texte aus Geschichtswissenschaft, öffentlicher Geschichtsdiskussion und Exilpublizistik vorgestellt, in denen die Umsiedlung der Deutschbalten aus unterschiedlicher Perspektive beleuchtet und in gewisser Weise die öffentliche Erinnerung zum Thema repräsentieren.

Einleitende Bemerkungen von Detlef Henning und Beitrag von Silvija und Lāsma Ģibiete