Marten Seppel: Die Grenzen der Gewalt in den leibeigenschaftlichen Beziehungen in Estland und Livland im 17. Jahrhundert

Der estnische Historiker Marten Seppel wirft in seinem Aufsatz die bis heute umstrittene Frage auf, in welchem Ausmaß die deutschbaltischen Gutsbesitzer bei ihrer Machtausübung physische Gewalt ausübten. Bislang fußen die Darstellungen in der Literatur häufig auf extremen Einzelbeispielen. Seppel versucht dagegen, auf Grundlage von Prozessakten und bäuerlichen Beschwerdebriefen den tatsächlichen rechtlichen und alltagsweltlichen Rahmen von Gewalt in Est- und Livland im 17. Jahrhundert herauszuarbeiten. Der Autor bietet damit eine neue Perspektive auf ein seit langem kontrovers diskutiertes Thema.

Einleitende Bemerkungen von David Feest und Beitrag von Marten Seppel