Jenseits von Ost und West - zur Aktualität des methodischen Ansatzes von Witold Kula

Witold Kula 1916-1988

Die seit Jahrhunderten praktizierte Vorherrschaft des westeuropäischen Diskurses in der Interpretation der gesamteuropäischen Geschichte ist eine Tatsache, die den Zusammenbruch des Ostblocks unerschüttert überlebt hat. Modernität wird dabei vorwiegend als Produkt der Diffusion westlicher Ideen und Institutionen begriffen und dargestellt. Dieses essentialistische Denkmodell prägt bis heute die Wahrnehmung Osteuropas in Deutschland. Zum 100. Geburtstag des polnischen Wirtschaftshistorikers Wiltold Kula soll an sein historisches Konzept erinnert werden, das gerade jenen singulär begriffenen Modernisierungsprozess kritisiert und den dezentralen Charakter der europäischen Verflechtungen hervorhebt.

Einleitende Bemerkungen von Agnieszka Pufelska und Beiträge von Witold Kula