Lesung Bettina von Arnim

Bettina von Arnim und die schlesischen Weber

Prof. Dr. Marita Metz-Becker stellt die spannende Lebensgeschichte der Bettina von Arnim vor und nimmt ihr sozialpolitisches Engagement in den 1840er Jahren am Beispiel der schlesischen Weber in den Fokus.

Bettina von Arnim (1785-1859) war nicht nur eine romantische Schriftstellerin, sondern sie nutzte ihre Bekanntheit und ihre gesellschaftliche Stellung auch, um sich politisch zu engagieren. So trat sie für die Rechte der Frauen ebenso ein, wie für die Verbesserung der sozialen Bedingungen unterer Bevölkerungsschichten. In ihrem „Armenbuch“ (1844) hatte sie die Lage der Schlesischen Weber im Fokus, deren erarbeiteter Lohn nicht zum Nötigsten für das Leben reichte. Erste Recherchen ihrer geplanten großen Dokumentation zur Armenfrage am Beispiel der Weber und ihrer Familien wurden im Mai 1844 veröffentlicht. Wenige Wochen darauf brach in Schlesien der Weberaufstand los und Bettina von Arnim wurde als Mitverursacherin des Aufstandes angeklagt und zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die preußische Zensur verbot die Verbreitung des „Armenbuches“, so dass sie die weitere Arbeit an der Dokumentation einstellen musste.

Die Lesung fand in Kooperation mit dem Marburger Haus der Romantik statt.

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Mitschnitt der Lesung