Leibniz Graduate School “Geschichte, Wissen, Medien in Ostmitteleuropa”

Sprecher: Prof. Dr. Peter Haslinger

Stellvertretender Sprecher: Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg

Projektförderung: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft (seit 01.01.2014). Von 2010-2013 wurde die Leibniz Graduate School unter dem Namen „Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts“ durch die Leibniz-Gemeinschaft (Paktmittel für Innovation und Forschung) gefördert.

Kooperationspartner: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) und Gießener Zentrum Östliches Europa (GiZo)

Kommunikation: http://leibnizgraduateschool.blogspot.de/

Die Leibniz Graduate School „Geschichte, Wissen, Medien in Ostmitteleuropa“ (LGSch) ist eine interdisziplinär ausgerichtete Graduiertenschule des Herder-Instituts für Ostmitteleuropaforschung in Marburg in Kooperation mit der Justus-Liebig-Universität Gießen. Als eine Einrichtung an der Schnittstelle zwischen Forschung und Ausbildung ist es ihre Aufgabe, Absolventen und Absolventinnen sozial- und geisteswissenschaftlicher Fächer bei der Umsetzung ihrer Promotions- bzw. Habilitationsprojekte zu fördern und zu unterstützen. Die Graduiertenschule unterstützt Forschungsvorhaben, deren inhaltlicher Schwerpunkt auf der Entstehung und Neuordnung von Wissensräumen, -konstellationen, und -kulturen liegt. Im Sinne der historischen Epistemologie wird nicht nur die ideengeschichtliche Seite wissensgeschichtlicher Prozesse untersucht, sondern auch die materielle/instrumentelle und mediale Praxis der Erkenntnisgewinnung und -verbreitung in ihren sozialen und kulturellen Kontexten betrachtet. Die in der LGSch verorteten Forschungsprojekte zielen daher darauf ab, eine historische Perspektive auf die Akteure, Praktiken und Diskurse der Wissens- und Wissenschaftsproduktion aufzuzeigen. Besondere Berücksichtigung finden dabei auch Fragen der Zirkulation, des Transfers sowie der Bedeutung verschiedener Medien bis hin zu digitalen Formaten in diesen Prozessen.

Der regionale Fokus liegt auf Ostmitteleuropa mit seinen Nachbarregionen. Die historischen Grundlagen dieser Region (z.B. die für viele Lebensbereiche charakteristische ethnische und religiöse Vielfalt, einschneidende geopolitische Zäsuren, die prägenden Binnen- und Außenverflechtungen) werden als Resonanzboden für die Kommunikation und Gestaltung des modernen Wissens betrachtet. Entsprechende Prozesse werden dabei aber auch im Kontext gesamteuropäischer und globaler Dynamiken verortet.

Die wesentlichen Instrumente der Förderung sind die thematische Betreuung der einzelnen Forschungsvorhaben, eine intensive Diskussion von Theorien und Methoden aus den beteiligten Disziplinen, das Angebot einer zusätzlichen Qualifizierung für wissenschaftsnahe Berufsfelder sowie die strategische Unterstützung im Rahmen eines eigenen Mentoring-Programms. Zudem findet auch in den drittmittelgeförderten Verbundprojekten des Herder-Instituts eine Doktorand/inn/enausbildung statt. Die Bibliothek und die Sammlungsbestände des Herder-Instituts (mit Archivalien wie Nachlässen, Bilder-, Karten- und Zeitungssammlungen) bieten hierfür ebenso ideale Arbeitsbedingungen wie die Veranstaltung von Master Classes, Workshops und einer Jahrestagung. Thematisch einschlägigen Arbeiten an anderen Standorten in Deutschland steht die Möglichkeit einer assoziierten Mitgliedschaft mit einem eigenen Reisebudget offen.

Für Fragen und Anregungen steht Ihnen die wissenschaftliche Koordinatorin der LGSch, Dr. Eszter Gantner, gerne zur Verfügung.

Derzeit geförderte Projekte:

Post-Doc-Projekte:

Edition des Liv-, Est- und Kurländischen Urkundenbuchs, Bd. 13-16
Dr. Madlena Mahling (assoziiertes Mitglied)
Institution: Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Hoch- und Spätmittelalter

Nationale Minderheiten und Umwelt im 20. Jahrhundert. Zwischen Konstruktion, Gestaltung und Verteidigung der Identitätsräume am Beispiel der Lausitzer Sorben
Dr. Jana Piňosová (assoziiertes Mitglied)
Institution: Sorbisches Institut in Bautzen

Akademische Reformen und Wissenstransfer in Ungarn, vom Ende des 18. bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts – Praktiken und Institutionalisierung der Statistik
Dr. Zsuzsanna Török (assoziiertes Mitglied)
Institution: Universität Konstanz, Zukunftskolleg

Promotionsprojekte:

Massenmord, Flucht und Vertreibung im Gedächtnis
Anikó Boros, Mag. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Humboldt-Universität zu Berlin, Philosophische Fakultät II

Wissen im Untergrund. Polnische Universitäten im Zweiten Weltkrieg
Friedrich Cain M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Universität Konstanz, Wissenschaftsgeschichte der Geistes- und Sozialwissenschaften

Das Ratsgebot des Deutschen Ordens in Livland. Korporative und ständige Repräsentation als Ordnungsprinzip
Johannes Götz M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Hoch- und Spätmittelalter, Arbeitsbereich Prof. Dr. M. Thumser

Feeling at home: narratives of place and identity among Russian speakers in post-Soviet Estonia and Kazakhstan
Alina Jasina M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen

Wie man Mikroben auf Reisen schickt. Zirkulierendes bakteriologisches Wissen, polnische Seuchenpolitik und  biomedizinische Wissenschaften, 1885-1939
Katharina Kreuder-Sonnen M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Universität Bonn, Medizinhistorisches Institut

Polens kritische Theoretiker? Verflechtung von Erkenntnis und Ästhetik in den Schriften der polnischen Avantgarden und der Frankfurter Schule
Christoph Maisch M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder, Kulturwissenschaftliche Fakultät

Knowledge as Propaganda? Radio Free Europe’s Production and (Transatlantic) Circulation of Cold War Knowledge (1950-1971)

Simon Ottersbach M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC), Justus-Liebig-Universität Gießen

Kirchenkarrieren preußischer Bürgersöhne im Spätmittelalter
Remigius Stachowiak M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Freie Universität Berlin, Friedrich-Meinecke-Institut, Mittelalterliche Geschichte mit dem Schwerpunkt Hoch- und Spätmittelalter, Arbeitsbereich Prof. Dr. M. Thumser

Der kranke Rand des Reiches: Sozialhygiene, Moral und Nation in der Provinz Posen um die Jahrhundertwende
Justyna A. Turkowska M.A. (assoziiertes Mitglied)
Institution: Medizinhistorisches Institut der Universität Bonn 

Ehemalige durch die Leibniz Graduate School geförderte Qualifikationsprojekte: