Struktur und Aufgaben

Das im April 1950 gegründete Herder-Institut ist Mitglied der Sektion A (Geisteswissenschaften und Bildungsforschung) der Leibniz-Gemeinschaft. Als Institution für Ostmitteleuropaforschung und damit verbundene wissenschaftliche Dienstleistungen wird es je zur Hälfte vom Bund (Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, BKM) und den 16 Bundesländern unter Führung des Landes Hessen (Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, HMWK) finanziert.

Das Herder-Institut beschäftigt sich mit der Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Im Zentrum stehen die heutigen Gebiete Polens, Estlands, Lettlands, Litauens, Tschechiens, der Slowakei und der Enklave Kaliningrad; im Rahmen vergleichender Forschung und von Kooperationen widmet sich das Institut auch Themen zu Ungarn, der Ukraine und Belarus. Bei Forschungsthemen und Infrastrukturprojekten orientiert sich das Herder-Institut zurzeit an folgenden projektleitenden Perspektiven:

  1. Sammeln, Bewahren, Vermitteln und Visualisieren
  2. bild- und medienwissenschaftliche Zugänge in der Ostmitteleuropaforschung
  3. Wissenskulturen und transnationaler Wissenschaftsdialog in historischer Perspektive
  4. Raum, Region, Identitäten
  5. politische Ordnungen, Mehrheiten und Minderheiten.

Der internationalen Forschung dient das Herder-Institut als Kontakt- und Begegnungsstätte und ist in folgenden Bereichen aktiv:

Eine weitere Grundlage der Arbeit des Instituts sind die weltweit einzigartigen Sammlungsbestände, die durch Kataloge und Indices erschlossen sind:

Forschungsbibliothek (ca. 425.000 Medieneinheiten, OPAC) und Zeitungssammlung (Wochen- und Tageszeitungen aus Ostmitteleuropa seit 1952, Ausschnittarchiv von über 5 Millionen Einheiten)

Bildarchiv (ca. 570.000 Einheiten, Katalog)

Kartensammlung (ca. 37.000 Einheiten, 1.200 Altkarten und 6.300 Luftbilder, Verzeichnis)

Dokumentesammlung (größtes Archiv zur baltischen Geschichte in Deutschland, 1300 lfd. Regalmeter, Verzeichnis)

Ein dritter Fokus liegt auf der Entwicklung und dem Ausbau eines Online-Angebots zu Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas:

Der Trägerverein des Herder-Instituts setzt sich aus 18 Institutionen und Kommissionen zusammen. In wissenschaftlichen und konzeptionellen Fragen wird das Institut von einem international zusammengesetzten Wissenschaftlichen Beirat beraten. Die Entscheidung in Struktur- und Finanzfragen des Instituts liegt  schließlich in der Zuständigkeit des Kuratoriums.