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jan.lipinsky@herder-institut.de
Das Zeitungsarchiv des Herder-Instituts
Seit seiner Gründung hat das Institut eine umfangreiche Zeitungssammlung aufgebaut. Sie umfasst Titel aus den Ländern Polen, der Tschechischen und der Slowakischen Republik (bis 1992 Tschechoslowakei), Estland, Lettland und Litauen sowie Rußland bzw. der Sowjetunion. Sie stellt eine einzigartige Quellensammlung zur Zeitgeschichte Ostmitteleuropas dar.
Konkret handelt es sich um eine große Bandbreite abonnierter Zeitungen sowie um den archivierten Zeitungsbestand von über 700 Titeln, in etwa 12.500 Bänden oder Bündeln. Diese Bestände sind in der Zeitschriftendatenbank (ZDB) nachgewiesen. Einige wichtige Zeitungen konnten auf Mikrofilm für die Jahre ab 1945 ergänzt werden. Unter den Regionalzeitungen befinden sich auch Zeitungen aus Städten und Regionen der historischen deutschen Ostgebiete.
In einer den einzelnen Ländern zugeordneten Presseausschnittsammlung sind ca. 5 Millionen Ausschnitte bzw. Kopien in etwa 15.500 Aktenordnern sowie - seit 1991 - Mikrofiches mit etwa 600.000 Aufnahmen verfügbar. Bis zum Ende des 1. Quartals 1999 wurde fortlaufend ein ausgewählter Teil der abonnierten Zeitungen anhand einer detaillierten Sachsystematik (pdf-Datei) ausgewertet (vgl. auch den ausführlichen Index (pdf-Datei), die mit ihren etwa 450 Stichwörtern eine Vielfalt von Themenbereichen abdeckt unter den Oberbegriffen Geographie, Bevölkerung, Geschichte, Verwaltung, Recht, Auswärtige Beziehungen (zu den einzelnen Ländern in unterschiedliche Bereiche aufgegliedert), Innenpolitik, Wirtschaft (darin verschiedene Wirtschaftszweige, aber auch Umweltprobleme), Kultur (darin auch Wissenschaft, Erziehung, Kirche) sowie Militär.
Als Teilbereiche der Presseausschnittsammlung sind hervorzuheben:
- die Personenarchive mit biografischen Angaben zu wichtigen Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur (ca. 1,5 Mio. Ausschnitte) (vgl. Biografische Materialien zur Zeitgeschichte zu Polen und Estland) sowie
- die Ortsarchive, in denen Nachrichten und Berichte zur Entwicklung von Städten und Regionen zusammengetragen wurden (ca. 0,5 Mio. Ausschnitte).
Bis zum Ende des 1. Quartals 1999 wurden auch die überregionalen Tages- und Wochenzeitungen der Gegenwart aus dem deutschsprachigen Raum ausgewertet.
Als Sonderbestand verfügt das Pressearchiv über 260 Kästen mit Zeitungsausschnitten (insgesamt ca. 90.000 Dokumente vor allem deutschsprachiger Presse) aus der Zwischenkriegszeit: 163 Ordner zu Polen, 58 zum Baltikum, 39 zur Tschechoslowakei.


