Bestände
Topographische Kartenwerke
Die verfügbaren topographischen Kartenwerke und Übersichtskarten (ca. 24.500 Kartenblätter) stammen mehrheitlich aus dem 19. und 20. Jh. und liegen im Maßstab 1:10.000 bis 1:1.000.000 vor. Von besonderer Bedeutung sind dabei die modernen Landesaufnahmen der historischen Länder des östlichen Mitteleuropa und die aktuellen, amtlichen topographischen Kartenwerke der Staaten Mittel- und Osteuropas, die erstmals seit den jüngsten politischen Veränderungen öffentlich zugänglich sind.
Thematische Karten
Die thematischen Karten (ca. 3.500 Titel) vermitteln Informationen über abstrakte, raumbezogene Sachverhalte vor allem zu folgenden Themenfeldern des östlichen Mitteleuropa: politische Geschichte, Stadtgeschichte, Kunst-, Kirchen-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Bevölkerung und allgemeine Landeskunde.
Altkarten
Mit dem Bestand von etwa 1.300 Altkarten (bis 1850) lassen sich die Hauptlinien der regional unterschiedlichen Entwicklung der Kartographie des östlichen Mitteleuropas nachzeichnen. Die ältesten Karten stammen von Sebastian Münster (um 1545) und aus den Atlanten von Abraham Ortelius (um 1570) sowie Gerard Mercator (um 1585). Bereits in dieser Zeit erschienen erste Regionalkarten aller Länder des östlichen Mitteleuropa, wobei für die damaligen Regenten die geographische Kenntnis des eigenen Territoriums ebenso von Bedeutung war wie die räumliche Veranschaulichung fremder Länder. Diese Karten fanden in den Atlanten der großen Verleger des 17. Jh. weite Verbreitung. Dieser Zeit der frühen Atlas- und Regionalkartographie folgten seit der Mitte des 18. Jh. die Kartenwerke der topographischen Landesaufnahmen, die - entstanden aus den Bedürfnissen nach einem Hilfsmittel für die Verwaltung - aufgrund ihrer aussagekräftigen Legenden heute vor allem für kulturhistorische Arbeiten von Interesse sind.
Einen besonders wertvollen Bestand stellen die etwa 100 Altkarten (16.-18. Jh.) des Litauen-Archivs Reklaitis dar. Sie dokumentieren das Gebiet des seit der Union von 1386 mit dem Königreich Polen verbundenen Großfürstentums Litauen bis zu den Teilungen des Doppelreichs am Ende des 18. Jh., mit denen das gesamte Großfürstentum Litauen dem Russischen Reich einverleibt worden war.
Senkrechtluftbilder
Eine Spezialsammlung stellen die 6.300 Senkrechtluftaufnahmen Ostmitteleuropas dar, die von der deutschen Luftwaffe zwischen 1942 und 1945 in Bildflügen über weiten Regionen Brandenburgs, Pommerns, Ostpreußens und Schlesiens sowie in den Woiwodschaften Posen (poznańskie), Pommerellen (pomorskie) und Bialystok (białostockie) gemacht wurden. Diese Unikate bilden im heute vereinten Europa eine wertvolle Quelle vor allem für kulturhistorische Forschungen über Polen und das Kaliningrader Gebiet. Darüber hinaus werden sie insbesondere für stadt- und siedlungsgeschichtliche Fragestellungen sowie für kommunale Aufgaben der Stadt-, Raum- und Umweltplanung herangezogen.
Die regionale Verteilung der Senkrechtluftbilder
| 1939/2005 | Polen | Russland | Deutschland | Gesamt |
| Brandenburg | 550 | - | 195 | 745 |
| Ostpreußen | 693 | 595 | - | 1.288 |
| Polen | 345 | - | - | 345 |
| Pommern | 557 | - | - | 557 |
| Pr. Sachsen | - | - | 115 | 115 |
| Schlesien | 3.250 | - | - | 3.250 |
| Gesamt | 5.395 | 595 | 310 | 6.300 |


