Die Neumark - Begegnung mit einer historischen Landschaft
Mit der Ausstellung "Die Neumark - Begegnung mit einer historischen Landschaft" soll auf ein vergessenes Kapitel deutsch-polnischer Geschichte aufmerksam gemacht werden.
Die Neumark als Bezeichnung für ein ehemaliges Teilgebiet der Mark Brandenburg jenseits der Oder ist heute weder Polen noch Deutschen geläufig. Im Ergebnis des Zweiten Weltkriegs in das polnische Staatsgebiet eingegliedert, sind dort bis
heute zahlreiche Zeugnisse deutscher Kultur und vor allem Architektur erhalten.
Die historische Landschaft umfasst im Wesentlichen das Gebiet nördlich der Warthe-Netze-Linie, östlich der unteren Oder und westlich des Flüsschens Drage. Dieses Kerngebiet blieb zwar so im Laufe der Geschichte nahezu erhalten, war aber im Zuge der mittelalterlichen Herrschaftsbildung und der daraus resultierenden territorialen Ansprüche zahlreichen Veränderungen unterworfen.
Erst 1535, als die Neumark dem jüngeren Sohn des brandenburgischen Kurfürsten Johann I. als selbständiges Fürstentum zugesprochen wurde, galt die Bezeichnung Neumark für das gesamte Gebiet.
In der Endphase des Zweiten Weltkriegs erlebte die Neumark ihre größte Katastrophe und die einschneidendsten Veränderungen.
Die Angliederung des Gebiets an den polnischen Staat und der vollständige Bevölkerungsaustausch hinterließen bei den Geflohenen und Vertriebenen ein Gefühl der Entwurzelung, der Vorläufigkeit und der Fremdheit. Ähnliche Erfahrungen machten aber auch die polnischen Neusiedler aus dem ehemaligen Ostpolen, die in dieses Gebiet umgesiedelt wurden.
Heute ist die Neumark Teil der polnischen Wojewodschaften Lubuskie und Zachodniopomorskie und gehört zur deutsch-polnischen Euroregion Viadrina.
Die Ausstellung ist thematisch nach den architektonischen Zeugnissen deutscher Kultur in der Neumark gegliedert. Sie zeigt auf 25 Tafeln ausgewählte zeitgenössische und historische Abbildungen von Städten, Klöstern, Kirchen, Schlössern und Herrenhäusern.
Die aktuellen Aufnahmen stammen von dem Potsdamer Fotografen Mathias Marx.
Die Ausstellung ist als zweisprachige Wanderausstellung konzipiert und in Zusammenarbeit mit dem Muzeum Lubuskie in Gorzów Wielkopolski (Landsberg an der Warthe) entstanden.



