Digitale 3D Rekonstruktionen in virtuellen Forschungsumgebungen

Drittmittelprojekt
„Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen“, gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft (07/2013 - 06/2016)

Hauptantragsteller und Projektleitung
Herder-Institut, Prof. Dr. Peter Haslinger und Dr. Dietmar Popp

Projektkoordination
Herder-Institut, Dr. Piotr Kuroczyński

Projektmitarbeit

Herder-Institut, Jan-Eric Lutteroth, Anna Preiss, Katarzyna Janicka

Kooperatiospartner

Lehrstuhl für Kunstgeschichte, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Prof. Dr. Kilian Heck, Dr. Carsten Neumann, Torsten Veit, Philipp Baranyai
Zentrum für Medien und Interaktivität, Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Henning Lobin, Daniel Dworak
Institute of Information Technology, Lodz University of Technology, Prof. Dr. Maria Pietruszka, Daniel Dworak
Arbeitsgruppe Digital Humanities, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr. Günther Görz, Martin Scholz
Museums- und Kulturinformatik, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Dr. Siegfried Krause, Mark Fichtner
Institut für Raumdarstellung, Frankfurt am Main, Oliver Hauck, Joachim Backes
Poznań Supercomputing and Networking Center,  Dr. Maciej Stroński, Marcin Werla, Ewa Kowalczuk
Institute of Art History, Adam Mickiewicz University in Poznań, Prof. Dr. Tadeusz Żuchowski, Dr. Wojciech Brillowski
Architekturbüro Arthur Sarnitz Königsberg/Kaliningrad, Arthur Sarnitz, Ilia Kiselev, Oleg Sura, Michail Sachonenko

Partner
Museum Ermland und Masuren, Allenstein/Olsztyn (Polen)
Museum Friedländer Tor, Königsberg/Kaliningrad (Russische Föderation)
Ostpreußisches Landesmuseum Lüneburg

 

Das kulturelle Erbe der ehemals deutschen Region Ostpreußen bildet heute einen Bestandteil der Kulturlandschaft Polens, der Russischen Föderation und Litauens. Ein erheblicher Teil der architektonischen Denkmäler ist jedoch durch die Kriegszerstörungen und anschliessende Vernachlässigungen inzwischen unwiederbringlich verloren. Hierzu zählen auch jene Schloss- und Parkanlagen, die im 18. Jahrhundert entstanden sind und nun, über zwanzig Jahre nach den Umbrüchen von 1989/91, besondere Anforderungen an die historische, bau- und kunstgeschichtliche Erforschung sowie die Dokumentation stellen. Sie sind zugleich Herausforderung und Chance für die Digital Humanities in der wirtschaftlich und kulturell stark geschwächten Grenzregion der Europäischen Union.

Das international und interdisziplinär aufgestellte Projekt Virtuelle Rekonstruktionen in transnationalen Forschungsumgebungen – Das Portal: Schlösser und Parkanlagen im ehemaligen Ostpreußen, gefördert von der Leibniz-Gemeinschaft von 2013 bis 2016, untersucht den gesamten Prozess der 3D-Computer-Rekonstruktion verloren gegangener Architektur und zerstörter Inneneinrichtung. Die vorläufigen Ergebnisse basieren auf der digitalen 3D Rekonstruktion zweier heute fast vollständig zerstörter Barockschlösser, Schlodien (Gładysze/Polen) und Friedrichstein (Каменка/Russland), und bringen neue Erkenntnisse für die Quellenerschließung, Dokumentation, semantische Modellierung und Visualisierung von 3D-Datensätzen innerhalb der WebGL-Technologie. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung einer Cultural Heritage Markup Language (CHML), eines menschen- und maschinenlesbaren XML-Schemas zur semantischen Annotation und Integration diverser Meta- und Paradaten einschließlich der Auszeichnung von Geometrie-, Material- und Lichteigenschaften im Quelltext.

In der Projektlaufzeit soll neben der forschungsgestützten digitalen Rekonstruktion beider Barockschlösser das verfügbare Wissen gebündelt und durch eigene Forschungen ergänzt werden. Das Schloss in Schlodien und die Parkanlage wird speziell mit Hilfe der Förderung von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rechner rekonstruiert und visualisiert. Das aufzubauende Wissensportal ist im Überschneidungsbereich zwischen Architektur, Kunstgeschichte, Geschichte, Informatik und Wissenstransfer angesiedelt und zielt mittelfristig auf die Definition von Standards für die webbasierte Erstellung, Dokumentation und Präsentation von 3D-Datensätzen zu zerstörten Bau- und Kunstwerken. Als Prototyp einer offenen Forschungsumgebung für digitale Rekonstruktionen wird das Projekt von den beteiligten Partnern wissenschaftlich und didaktisch konzipiert und ist seit Gründung der Arbeitsgruppe „Digitale Rekonstruktion“ innerhalb der „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ verankert. Die Forschungsergebnisse werden durch die Entwicklung eines interaktiven webbasierten "Virtuellen Museums“ den Forschern und der breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt.

Vom April 2015 bis März 2016 wird die Forschungsumgebung innerhalb des Projekts "Dohna-Schlodien. Ein virtueller Ausstellungskatalog“, gefördert von der Beauftragen der Bundesregierung für Kultur und Medien, in Deutschland und Polen in einem Anwendungskontext getestet und ausgebaut.

In dem begleitenden Projekt am Fachgebiet Digitales Gestalten an der Technischen Universität Darmstadt (Hauptantragsteller), dem Fachgebiet CAD an der TU Warschau/Warszawa sowie dem Institut für Kunstgeschichte der Adam Mickiewicz Universität in Posen/Poznań wird die historische Entwicklung des Schlosses Schlodien/Gładysze (Polen) und seiner Parkanlage im Rechner analysiert, dokumentiert, rekonstruiert und visualisiert.

Die Ergebnisse werden innerhalb der zur Verfügung stehenden virtuellen Forschungsumgebung nachhaltig erschlossen und fließen in das interaktive "Virtuelle Museum“ ein, welches am Herder-Institut bis Juni 2017 entwickelt wird.

Die Projektdaten zu dem begleitenden Projekt an der Technischen Universität Darmstadt entnehmen Sie bitte dieser Seite (siehe unten).

Digitale 3D Rekonstruktion von Schloss Schlodien

Begleitendes Drittmittelprojekt

„Dohna-Schlodien. Ein virtueller Ausstellungskatalog“, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (04/2015 - 03/2016)

Hauptantragsteller und Projektkoordination

Technische Universität Darmstadt, Unit of Digital Design, Prof. Dr.-Ing. Oliver Tessmann, Dr.-Ing. Mieke Pfarr-Harfst

Kooperationspartner

Warsaw University of Technology, Unit of Computer Aided Design, Prof. Dr.-Ing. Jerzy Wojtowicz
Adam Mickiewicz University in Poznan, Department of Art History, Prof. Dr. Tadeusz Żuchowski
Herder-Institut, Abteilung Wissenschaftliche Sammlungen, Dr. Dietmar Popp